Berichte 01.03. – 15.03.2020

Bye

01.03.2020

Ja, gestern ist Daniel abgeflogen… via Hongkong zurück in die Schweiz, nach Wichtrach.

Daniel, du hast nicht lange gezögert, diese weite Reise, zu zweit auf knapp 5m2, anzutreten – und dafür bin ich dir dankbar.

So gut wie jeden Tag haben wir gemeinsam verbracht, Kompromisse gefunden, und unsere Tagesabläufe haben sich angeglichen.

Zwei Monate lang sammelten wir zusammen unendlich viele Eindrücke – Eindrücke, welche sich meist zauberhaft und unbeschreiblich schön, wie in einem schier endlosen Film vor uns abspielten. Und wir durften die Akteure sein, und oft sogar vor den passenden „Herr der Ringe“ Kulissen.

Vor allem aber blieben wir gemeinsam auch immer offen für Zufälle, Begegnungen aller Art, für böses Wetter und Schwierigkeiten.

Oft brauchte es Geduld, Mut, auch Risikobereitschaft und guten Humor, und so haben wir sogar die Zeiten mit dem etwas weniger bekömmlichen Brot bestens überstanden.

Und: Eigentlich hatten wir ja auch immer Glück. Oder dann eben das Dritte Auge 😉

Deine interessierte, frische und zumeist positive Einstellung hat beigetragen, dass wir uns bald als eingespieltes Camel-Team bewährten.

Es wurde mir unterwegs auch bewusst, dass Reisen eben nicht nur ein Ortwechsel ist. Beim Reisen wechselt man auch Meinungen und Vorurteile. Diese Erkenntnis habe ich auch deinen Rückmeldungungen entnehmen können.

Die Reise mit dir wird, wie das auch schon vorher mit all den anderen Mitreisenden der Fall war, irgendwie nicht aufhören. Auch von dir wird in den zukünftigen Kamelreisen immer etwas dabei sein, ein Stück von dir wird im Geiste immer weiterreisen.

Thanx!

02.03.2020

Jetzt geht es weiter in die Details, es wird das Kamel und all das Reisezeugs geputzt, gefegt, poliert, eingepackt…, aber das „Heinzelmännchen“ hat ja da auch schon seine Routine… Einige Sachen haben das bitternötig, sind fettig und staubig, andere sind von Edi (seit Australien) noch fein säuberlich eingepackt. Und die mittlerweile schwarzen Handtücher verwende ich gerade als Putzlappen.

Etwas weniger Routine habe ich mit der ganzen Corona Story. Mein Kamel ist jetzt bald für einen Monat unterwegs, und ursprünglich habe ich ja geplant, die Franz-Leimer Schule in Taiwan und alle meine SchülerInnen von damals dort zu besuchen, dann später weiter zu Walter G. in Thailand zu reisen, um dann von dort über Korea nach Vancouver zu kommen.

Doch nun kommt da so ein winzig kleines, nur unter dem Elektronenmikroskop sichtbares, keulenförmiges Ding mit Spikes, und stellt alles auf den Kopf.

Denn heute habe ich gelesen, dass Air Canada den Flug von Bangkok nach Vancouver gar nicht mehr fliegt.

Jetzt beginnt der Reisekrimi erst recht…


03.03.2020

Opodo ist zum Buchen von Flügen eine einfache und zumeist günstige Plattform. Doch um einiges schwieriger, ja gar mühsam wird es in einer Notsituation.

Die Telefonkontakte sind nur europäisch. Die versuche ich zunächst mal zu vermeiden, ist ja viel zu teuer. Aber da finde ich ein Hilfezentrum, so eine Art Chat. Das Gegenüber ist aber nicht menschlich, es ist so eine Art nervenaufreibender Roboter, ein „BOT“, der mit endlosen Frage- und Antwortspielen beginnt.

Und irgendwie gerate ich immer wieder in eine Art Endlosschlaufe. What a f***! Ich rege mich auf. Nun gebe ich ein, dass ich mit einem Agenten chatten möchte. Es folgt ein 15minütiges Warten. Nichts. Wieder von vorne. Ein paar Mal geht das so. Alle Nummern, Flüge und E-Mailadresse wieder eingeben, alles von vorne. Dann wieder etwa 10 Minuten warten. Da meldet sich einer, offenbar ein richtiger Mensch. Der macht aber alles schlimmer. Er wechselt mir kurzerhand den letzten Flug auf eine Kleinfluggesellschaft, die von Korea noch nach Vancouver fliegt. Alles andere macht er nicht. Höchstens über Tokio sei es möglich. Und das ist ebenso schlimm. Denn da gibt’s bald auch keine Flieger nach Vancouver mehr…

Ich putze Auto, lasse bei Goosey in Pukekohe die Öle wechseln, und kümmere mich morgen dann wieder um diese Umbuchung.


04.03.2020

Frühmorgens pünktlich um neun stehe ich mit dem Kamel bei Gooseys. Wir müssen weitermachen, um das Auto bereitzustellen. Gestern hab ich es übrigens irgendwann sogar nochmals gewaschen.

Beim Hubdach ersetze ich die krummgewordenen Kugelschrauben, einmal mehr hat Peter A. mir neue geschickt. Kürzer vorne mit grösserem Teller (oder wie man das sonst noch benennen könnte), längeres Gewinde für doppelte Muttern. Vielleicht bringt’s diesmal etwas.

Wir reinigen den Unterboden, und sprühen alles mit rostbindendem Zink Spray ein. Alles sieht wie neu aus, ganz schön schwarz. Auch meine Hände und die Nase…

Nun, immerhin hat das Kamel schon 162000 km auf einem der zwei Buckel… davon viele Insel Territorium Gänge, und da braucht es etwas Pflege.

Kaum zurück in Kudis Gartenplatz möchte ich mich wieder mit den Flugumbuchungen beschäftigen. Es folgen 20 Minuten Telefonat in Warteschlange, auf irgendeine britische Nummer. Doch zuletzt wird gar noch abgehängt, ohne dass ich überhaupt eine menschliche Stimme vernommen habe.

Nun habe ich genug, ich suche nur noch nach Buchungsstatus und Stornierung. Und dann irgendwann werde ich auch noch den blöden Bot los. Das deutschsprachige Agententeam sei nicht erreichbar. Aber eine freundliche Lady meldet sich. Ich „cänzle“ alle Flüge. Punkt.

Die einen Stornierungen erfolgen mit leichtem Verlust, für Tiger Air aber heisst es „no refund“. Und für die Autobuchungen müsse ich mich wieder an einem ganz anderen Ort telefonisch melden. Für die Hotelbuchungen sogar direkt bei den Hotels.

Das mache ich morgen…


05.03.2020

Den ganzen Tag verbringe ich mit Putzen und Bereitstellen, zuerst wird bei Gooseys der Dieselfilter gewechselt, der Motorraum gereinigt, die Planen abgespritzt und gefegt. Später bei Kurt und Yvonne packe ich etwas unter Stress den Rest wie Stühle, Tisch, Zelt, Kochherd (Pierre: nicht Kochhärd) an – und zuletzt storniere ich auch noch die Automieten in Taiwan und Thailand. Wow, knapp geschafft, denn morgen in der Früh muss ich das Kamel zum Container bringen.

Und ich bin so etwas von müde jetzt… Gute Nacht. K.O.


06.03.2020

Pünktlich fahre ich das blitzblanke Kamel bei GT Logistics vor, erledige die Formalitäten, gebe die beiden Carnets de Passages ab, auch die Zollliste und spraye die mittlerweile kieselsteinlosen Reifen mit Reifenschwärzer ein.

Wow, wie neu sieht das Kamel jetzt aus!

Ich hole den Mietwagen ab und versuche zu begreifen, dass beim rechtsgesteuerten Auto der Blinker nicht dort ist wie bei uns und fahre dann in meine neuseeländische „Basis“ zurück, nach Bombay an die Kanuka Road zur Familie Liefting. Hier auf dem Bauernhof angekommen kann ich wenigstens wieder mal durchatmen…


07.03.2020

Das Kamel sei schon unterwegs, im Container, alle Zollformalitäten erfolgreich getätigt, bestätigt mir Phil. In den letzten Stunden habe ich einen neuen Flug gebucht, von hier Auckland über L.A. direkt nach Vancouver. Am 25.03. soll der Flug stattfinden, so hoffe ich nun… Mal sehen, wie sich die Weltlage entwickelt. Die dunkelroten Punkte auf der Weltkarte werden immer grösser und bedrohlicher.

Eigentlich würde ich morgen Sonntag gerne in die Miranda Hot Springs fahren, zwecks Erholung. Ich frage mal an. Leider kein Plan, sagt man mir. Man wisse nicht, wann die Badeanlage wieder eröffne, es gäbe kein Datum. Lustig. Oder eben auch schade.


08.03.2020

Auch in Neuseeland ist das Virus angekommen. Noch sehr wohl klar lokalisiert, am Flughafen von Auckland – dort haben sie offenbar die Betroffenen angehalten und rasch in die Quarantäne gebracht. Neuseeland ist eben eine Insel und deshalb etwas leichter kontrollierbar. Noch…

Jedenfalls wollen die Ureinwohner in Zeiten des Coronavirus auf den traditionellen Nasengruss verzichten, den Hongi. Das Ganze sei kein Verbot, aber eine Sache des gesunden Menschenverstands, machte Stammeschef Kura Moeahu am Donnerstag im Sender Radio New Zealand deutlich.


09.03.2020

Ein Bürotag, also „homeoffice“, so wie viele das in der Schweiz zurzeit tun. Auch habe ich die Jahresendabrechnungen auch mal abschliessen können. Immer noch geniesse ich die grosse Gastfreundschaft und die Freiheiten hier bei Familie Liefting.

Ich nütze die Zeit nun auch, um den Overländern ein paar Tipps aufzuschreiben. Um das Auto hier fahren zu dürfen, braucht es zunächst einmal ein Carnet de passage. Und bevor es überhaupt aus dem Cohtainer genommen werden darf, muss man es beim Zollamt beim Flughafen anmelden, dazu braucht es die ganzen Logistic und Zollformulare. Anschliessend muss man das Vehikel registrieren lassen, am einfachsten holt man sich den Termin bei VTNZ online. Dort muss das Auto vorgeführt werden, wie beim Strassenverkehrsamt. Wenn alles „fit“ ist, bekommt man eine Zulassungsnummer, und mit dieser kann dann die Haftpflichtversicherung „Third Party Insurance“. abgeschlossen werden. Das machte in meinem Fall nur die eine, eine „backpacker motor insurance“, online. Und nur, weil das Auto hier schon registriert war. Ich bekam in Auckland eine Adresse, wo ich diese abschliessen konnte.

Wenn das Auto wieder ausserhalb des Landes geschafft wird, muss man sich beim VTNZ unbedingt wieder abmelden. Sonst kostet es…

Übrigens haben Dieselfahrzeuge mit ausländischen Nummernschilder einen vorteil – die Dieselabgabe

Hier ist Linksverkehr, daran kann man sich gewöhnen… es gäbe aber viele Unfälle mit Ausländern, wird immer wieder erzählt. Sehr oft sind die Kreuzungen für unsere Wahrnehmung eher kompliziert und folgen einer anderen Logik.

Auf allen Strassen (Autobahnen gibt es nur wenige) ist Tempolimite 100, manchmal auch 90. Das scheint mir auf diesen teilweise kurvigen und eher engen Strassen jeweils sehr schnell. Es gibt auch Abschnitte, wo es schlicht unmöglich ist, auf 50km/h zu beschleunigen, obwohl 100 angeschrieben ist.

In den Ortschaften sind 50km/h erlaubt wie bei uns. Bei den Schulen gar weniger – und die Bussen sollen happig sein.

Die Neuseeländer verhalten sich oft sehr ungeduldig und hängen sich wenige cm an den Hintern, hupen oder zeigen dann dem armen Kamel gar den Stinkfinger… weil es ja meist nur 80 km/h fährt…

Was cool ist: Gelbe Schilder zeigen an, dass eine enge Kurve bevorsteht, und es hat eine Empfehlung einer sicheren, angenehmen Geschwindigkeit.

Was die Ausländer zumeist nicht wissen: Weisse Linien, einfach und doppelt, dürfen generell überfahren werden, vor allem auch die links am Strassenrand. Oder auch die schräg schraffierten Felder. Die gelben Linien, die aber auf keinen Fall. Da könnte es den Ausweis kosten, insbesondere wenn sie doppelt sind.

Am besten machst du mal den Drivingtest online…

 Und Gurten muss man immer tragen, gäll Shunni. Sonst gibt’s ein Bonbon!


10.03.2020

Fitte Menschen würden die Corona Viren eher überleben. Heute wandere ich recht zügig 3 Stunden lang in der Gegend der Hunua Falls. Fühle mich unheimlich fit.

Eindrücklich ist vor allem die Bush Landschaft der Cosseys Schlucht entlang. Hat mir sehr gefallen, und sicher gut getan. Im Gegensatz zum Januar hats heute absolut keine Menschen unterwegs, nur beim Wasserfall unten tummeln sich zwei Schulklassen.


11.03.2020

Ziemlich früh mache ich mich auf die Socken, das Mietauto ist um 10 Uhr abzugeben. Und für die 45km in die Nähe des Flughafens brauche ich zwei volle Stunden – der Werkverkehr hat’s in sich.

Wie wird das wohl hier weitergehen? Die Eisenbahnen sind kaum ausgebaut, das Reisen oder Pendeln per Zug ist nicht besonders verbreitet in Neuseeland. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind meist schwer erreichbar. Da wird sich noch einiges tun müssen.

Kurt ist zufälligerweise beim Flughafen und führt mich dann nach Pukekohe zurück. Ein älterer Camper Van steht bereit. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig, das Ding. Ab morgen oder übermorgen möchte ich wieder etwas im Outback bleiben und die Natur geniessen.

Es könnte dann sein, dass ich wieder nicht alle Tage die Berichte oder Bilder online stellen kann… Internet gibts halt im Outback oft nicht. Sorry…


12.03.2020

Mit dem alten Kudi-Van komme ich schon fast zurecht. Der Hiace Camper hat fast 500’000 km auf dem Buckel. Die Schaltung muss auf der linken Seite betätigt werden. Der Hebel ist sehr weit unten und die Gänge sind nicht leicht zu finden – doch das funktioniert jetzt auch schon recht gut. Einige Türchen lassen sich schliessen, andere aber fliegen auf der Fahrt auf. Die Kühlschranktüre wird mit einer Schraube befestigt, das hält auch. Das Auto wurde jedoch sauber geputzt, das Bettzeug ist absolut frisch.

Und das Ding sauft eine Unmenge, mindestens soviel wie das Kamel. Aber Benzin – und das ist hier gleich teuer wie in der Schweiz. Ich werde nur ganz wenige km fahren und mich eher stille halten. Und Hauptsache: Der Kaffeekocher funktioniert. Und wie…

Ich fahre zum Hamilton Gap – dort waren Daniel und ich schon mal. Ein Kraftort. Damals konnten wir leider hier nicht übernachten, es war sehr stürmisch, und die starken Winde pressten die Salzsandstaubwolken in jeden Winkel des Autos und auch in die Nasen und Ohren. Wir konnten kaum stehen, und ans Dachaufmachen war gar nicht erst zu denken.

Heute ist es absolut windstill und sonnig, nicht gerade warm, aber ganz ok.

Die Nachrichten aus der Schweiz beunruhigen mich. Schlimm auch, dass es kaum Sinn machen würde, jetzt nach Hause zu reisen. Ich gehöre ja auch schon schier zur Risikogruppe. Meine Familie ist ansonsten glücklicherweise recht gesund und Jie bietet wirkungsvolle Kräutermischungen zur Stärkung des Immunsystems an.


13.03.2020

Es ist Freitag. Merkst du etwas? Ob es Glückstag wird?

Ich habe das Glück, dass alles gut beginnt. Aufwachen in der Nähe des Meeres, Kaffee, Manuka Honig auf dem Brot, sonnige, wunderschöne Aussicht.

Ich schreibe an einer Art Essay… „Umweltgedanken eines Weltreisenden“ eben… diese möchte ich dann in den nächsten Tagen online stellen.

Dann mache ich mich auf den Weg in den Norden Aucklands, wo mich Anneke und Tane zum Abendessen erwarten.

Unterwegs kann ich mich wieder mal ins Internet einloggen. Es erreichen mich besorgte Menschen aus der ganzen Welt, Messenger, WhatsApp, Telegramm, Facebook… alles ist voll.

Eine ehemalige Schülerin trifft es mit einem ganz einfachen Wort: „Ich wünsche dir alles Gute, komische Zeit!“…

Und eine Mail besagt, dass das Schiff Kota Ekspress mit dem Kamel im Container den Hafen verlassen habe…

Wir haben es gut bei Anneke und Tane, es sind drei andere junge Leute aus UK auch da, Weltvelofahrer, das vegetarische Essen schmeckt vorzüglich. Und doch, irgendwie holt uns die Thematik immer wieder ein.

Ich schlafe auch schlecht, und um drei wache ich auf. Schaue auf’s Handy, und höre gerade die Bundesratsrede über die Notfall Massnahmen. Komische Zeit…


14.03.2020

Irgendwie habe ich das normale Morgenritual verpasst und wache erst um Zwanzig nach Acht auf. Doch auch die Biker haben lange geschlafen, Tane präpariert gerade den Kaffee nach seinem Geheimrezept. Molly und Haydn erzählen über ihre Veloreise und ihre Mission. Eindrücklich. Und es gibt ausgiebig Frühstück. Ich stelle Berichte und Bilder ins Netz und fahre dann am frühen Nachmittag Richtung Norden… irgendwohin… irgendwie komme ich mir vor wie ein Flüchtling, weiss nicht so recht wohin ich soll, fühle mich alleine, kann nicht nach Hause und hoffe, dass das rechtzeitige Abholen vom Kamel am Hafen in Vancouver doch noch klappt. Der Reise Krimi geht weiter…

Du wirst später, wenn ich dann wieder Internetverbindung finde, weiterlesen können, wohin es mich verschlagen hat…

Und nun die Ergänzung: Abends lande ich ziemlich nördlich von Auckland auf dem Uretiti DOC Camping Platz, in der Nähe von Ruakaka… und treffe auf die beiden bekannten S und H aus Bern mit dem wunderbaren Gelände Van.  Es ist doch beruhigend, wenn sich Overländer ihre Sorgen teilen können. Auch die beiden wissen nicht, wie die Reise weitergeht.

Und Trump macht die Grenzen auch für Europäer dicht. Es bleibt spannend.

Abends versuche ich wieder mit dem Reiseportal Opodo in Kontakt zu kommen. Ich bleibe 50 Minuten in der Warteschlange hängen und gebe auf. Bleibe aber happy und zuversichtlich beim Einschlafen…


15.03.2020

Einen Omnia Stove Top Oven und eine begnadete Bäckerin braucht es – und schon gibt es eine richtige „Züpfe mit Anke“ zum Sonntagsfrühstück. So schön, dass wir zunächst die Corona Bedrohung für eine Weile vergessen.

Aber es holt uns halt eben wieder ein, wir tauschen uns aus, teilen die gemeinsam Sorgen, planen, erzählen… und bald ist es Nachmittag. Das Ärzte Ehepaar findet auch, dass in der Schweiz viel zu lange mit dem Dichtmachen der Italiengrenze gezögert wurde. Jetzt ist es zu spät, und der Schaden wird wohl weit höher sein, als wenn man vorher reagiert hätte.

He nu, es ist wie es ist.

Ich lese online eine NZ Zeitung, es gibt eine Meldung, wonach man vielleicht bald nicht mehr über die USA nach Canada einreisen könne.

Ich finde eine Telefonnummer der AA (American Airlines) in Auckland. Und es klappt. Der Agent sagt, ich solle unbedingt umbuchen und einen früheren Flug nehmen. Rückerstattung gäbe es keine, solange NZ nicht als gefährdete Destination eingestuft werde.

Ich lasse umbuchen: Am Mittwoch 18.03. fliegt das Ding, noch via LA nach Vancouver. Ich müsse aber belegen können (mit Kassenbons, hotelbelegen, Passeinträgen, homepage) dass ich den letzten 14 Tagen nicht in Europa gewesen sei. Und ich müsse mich dann einer ärztlichen Kontrolle unterziehen, mit einer „Privat Isolation“ rechnen und je nach dem in die Quarantäne gehen. Schöne Aussichten – es bleibt spannend.

Die beiden lieben Schweizer geben mir noch ein paar medizinische Tipps – und wir verabschieden uns, natürlich ohne zu umarmen, ohne Händedruck, so wie man das eben fortan macht.