Berichte 16.04. – 20.04.2019

16.04.2019

Den grössten Teil des Tages verbringe ich beim Autoelektriker, der Ventilator funktionierte nicht mehr. Und es ist nicht einfach nur eine Sicherung. Wie sich nach zwei Stunden Suche herausstellt, ist ein Kabelstück hinter dem Relais versteckt durchgebrannt und leicht schwärzlich aufgequollen. Ich bin mir fast sicher, dass alles mit diesen Putzorgien einen Zusammenhang hat. Das Putzen und Auseinanderschrauben tut dem Auto bestimmt nicht nur gut.


17.04.2019

Ein letztes Mal vor dem grossen Winter (bzw. Sommer) kann ich doch noch eine kleine Abenteuer Campingausfahrt machen. Der Ausflug führt auf die Coromandel Halbinsel, der wunderschönen Küste entlang, dann über eine Gravel Road über Waiau in den Egans Park Reserve, in ein Naturschutzgebiet. Mitten im Nowhere verspricht das App Wikicamps NZ einen Freien Campingplatz (gratis, aber eben nur für Self Contained Fahrzeuge), an einem Fluss, mitten im Urwald. Angst braucht man hier ja nicht haben, in Neuseeland gibt es keine Schlangen und Krokodile und dergleichen, das ist mein Ort… und wirklich: Ich überrascht von dieser schönen Gegend. Sitzmöglichkeiten, eine Art Wiese für Picknick, ruhige Gegend und nur schöne Natur. Ich bereite mir ein kleines Nachtessen vor, geniesse ein Glas Wein… und beim üblichen Kälteeinbruch abends schleiche ich in den Schlafsack.


18.04.2019

Nun, die Nacht ist etwas weniger geruhsam als erwartet. So um die zwei Uhr morgens höre ich Motorgeräusche, hier im Outback, wo doch weit und breit keine Siedlung ist. Und die tastenden Scheinwerfer kommen immer näher, und erfassen das Kamel… der schwarze Truck hält kaum einen Meter vor meinem Auto, und beginnt dann im Kies enge Kurven zu „sliden“ und „driften“, was das Zeugs hält, so dass es Kies gegen meine Karosserie spickt, zweimal, dreimal… immer weiter. Und zuletzt beginnt der Spinner auch noch zu hupen. Irgendwann rast der Typ mit durchdrehenden Reifen bergauf weg in die Finsternis. Ich lege mich auf die andere Seite, doch der Frieden dauert nicht lange. Nach rund einer Stunde das gleiche Theater. Icg gucke vorsichtig dem Schauspiel zu, ohne mich bemerkbar zu machen. Er zieht wieder ab, um ein weiteres Mal aufzutauchen. Jedesmal kann ich längere Zeit nicht schlafen, das Gehupe und Gekreise geht auf die Nerven… da es aber hier keinen Telefonempfang hat, weit und breit kein Haus ist und ich nicht wirklich bewaffnet bin, halte ich mich schön still. Denn wer weiss, wie verrückt oder unzurechnungsfähig dieser Mensch ist. Nach einem vierten Aufkreuzen verleidet es diesem offenbar dann auch, oder vielleicht ist er irgendwo besoffen in einen Baum gekracht. Jedenfalls finde ich nach 04.30 Uhr doch noch etwas Schlaf.

Ich fahre am Vormittag der Coromandel Ostküste entlang, an die Hotwater Beach, wo sich hunderte von Touristen mit kleinsten Spaten einlochen und in einem eigens gegrabenen Minipool schmoren. Lustig anzusehen, aber nicht mein Ding. Ich gehe auf der Rückfahrt in mein geliebtes Miranda Hot Springs und bade ergiebig, bis ich mich sauber genug fühle, an die Kanuka Road zurückzufahren.


19.04.2019

Das Kamel steht auf den Böcklein, alles ist eingeräumt, Kühlschrank vom Strom getrennt… und das alles hat fast einen Tag in Anspruch genommen. Am Abend bin ich zum Familien Dinner eingeladen. Ar. hat die Familie bekocht. Wunderbar, inklusive Dessert. Danke!

Im Übrigen konnte ich wieder ein wenig Schlaf nachholen und den Nachtschock von gestern so bestens verarbeiten.


20.04.2019

Der Tag der Abreise… ich melde mich dann ein nächstes und vorläufig letztes Mal wieder aus der Schweiz. Der Flug dauert extrem lange, 17 Stunden zunächst von Auckland bis Dubai, dann nochmals 7 Stunden bis Zürich.

Schweiz: Ich komme! Und freue mich auch… Im Dezember geht das Reisen in Neuseeland dann erst richtig los.


22.04.2019 bis 6.12.2019

Ich bin glücklich gelandet und geniesse die Zeit bis Dezember in Wichtrach CH. Du kannst mich hier mit meiner Telefonnummer oder mit einer Mail Message auf dieser Seite erreichen… See you…