Berichte 01.01. – 15.01.2026

Donnerstag 1.1.2026

Domingo 

Der 1. Januar ist wohl weltweit ein Feiertag. Hier in der Stadt sind praktisch alle Geschäfte und Restaurants geschlossen, ebenso die Museen. Ausschlafen und langes Zmörgele ist angesagt. Videotelefonate, E-Mails und sonstige sonntägliche Tätigkeiten stehen auf dem Programm. Nur mit der Handy-Kamera in der Tasche geht’s an den Strand und entlang der Uferpromenade. Die Bewohner machen das Gleiche, inkl. Schaufenster-Shopping. Am Strand haben die Bademeister Schweizer Nati T-shirts … ?! Der gleiche Fehler wie beim Reaktionen auf das roten Kamel wird offenkundig: Weltweit wird öfters das rot-weiss des Roten Kreuzes verwechselt, umgedreht. Die Schweizer Fahne wird zum Symbol für das Rote Kreuz und auch Ambulanzorganisationen. Das Rote Kamel in den Schweizer Farben wird häufig als Fahrzeug des Roten Kreuzes angesehen. Der Stadtbummel endet aufgrund der geringen Auswahl an geöffneten Restaurants in einer Hamburger-Bude!

 

Freitag 2.1.2026

En ruta por Patagotitan y Teatime

Abreise von Comodoro Riadavia

Wir suchen unsere sieben Sachen zusammen und verlassen das Stadthotel zur Freude des rote Kamels. Endlich aus der Tiefengarage zurück ans Tageslicht und auf die Pisten. Im Supermercado werden gerade die Gestelle aufgefüllt, nach den Feiertageseinkäufen. Auch wir füllen die Vorräte wieder auf. Zuerst geht es weit ins Landesinnere, die Strassenführung ist nicht immer entlang der Küste. Oft sind die neueren Strassen als gewaltige Bauprojekte quer durchs Hinterland geschnitten. Kreuzungen sind wichtige Rast- und Versorgungsstätten, für kurze Zeit ist man in Gesellschaft. Die alte Ruta 1 bringt uns wieder in die Nähe, oft ganz zur Küste.

Aufs Geratewohl wählen wir ein verlassenes Fischerörtchen als Tagesziel. 

In den Ruinen haben vor ungefähr zwanzig Jahren Eliane und Eduardo ein kleines Paradies erschaffen:

Cabo Raso!

Vielleicht mit verlassenen Weilern in Tessin vergleichbar, welche von Individualisten mit Engagement, Herzblut und Kreativität neu belebt wurden.

Im kleinen Wäldchen hinter der Ruine mit der Wassermühle bauen wir das Zelt für zwei Tage auf. 

 

Samstag 3.1.2026

Die Zeit steht still

Cabo Raso – ein Punkt am Atlantik, weit weg von allen. Die Strände voller (ausschliesslich tierischem) Leben, stundenlange Küstenwanderung, neues Leben in den Ruinen. Cabo Raso … hmm …Erinnerungen an Campo Rasa … erstaunlich wie sich die Namen gleichen, verwunschene Orte!

Wunderbarer Vollmond und schönste Schaukel der Welt. 

Kein Telefon, kein Internet, keine langen Tagesberichte … .

Während einer mehrstündigen Wanderung entlang der Küste – wir sind die einzigen menschlichen Seelen – treffen wir auf eine grössere Seelöwenkolonie. Hinsetzten und zuschauen, beobachten. Auf dem Rückweg entdecken wir noch Seeelefanten, ein einzelnes Muttertier mit ihren schon grossen Jungtieren. Im Gegensatz zu den Seelöwen – Distanzhalten ist wichtig – lassen sich diese Tiere wortwörtlich nicht aus der Ruhe bringen. Unsere Anwesenheit wird kurz durch Augenaufschlagen quittiert, dann wird weiter gedöst, ab und zu ein sich Strecken, sich Recken und mit fast menschenähnlichen Gesten: Sich Kratzen wo es scheinbar trotz dicker Haut juckt. 

Bei einem exzellenten Abendessen erzählt Eliane uns die Geschichte von Cabo Raso. Ernesto muss nun die Wassermühle reparieren. Warm gekleidet warten wir anschliessend auf den Vollmond! 

Spektakulär taucht er aus dem Meer empor. 

 

Sonntag 4.1.2026

Ein herzlicher Abschied von den Cabo Raso Bewohnern

Sie haben weitere Gäste, aber in den kleinen Hütten. Die Ruta 1 führt weiter durch end- und baumlose Pampa, das rote Kamel bringt uns fast 200 km weiter nordwärts. Unterwegs nochmals Seeelefanten an der Küste. Heute erreicht mit 36° C die Temperatur selbst für Einheimische einen Rekord. Die weite, flirrende Talsenke des Río Chubut taucht auf. Die Grossstadt Trelew umfahren wir grossräumig, um zum Dorf Caiman zu gelangen. Auf dem Gelände der örtlichen Feuerwehr sind schon viele Camper, mehrheitlich Argentinier. Es herrscht hochsommerliche Stimmung.

 

Montag 5.1.2026

Caiman und Trelew 

Die Nacht war angenehm kühl, für heute sind aber Höchstwert von 38° C angekündigt, selbst für hiesige Verhältnisse aussergewöhnlich. Das ganze Tal ist fruchtbares , landwirtschaftliches Gebiet, Wasserkänale durchziehen die Ebene, Kinder baden darin. Ein kurzer Abstecher bei einer Garage ist notwendig. Die Region Chubut ist berühmt für ihren Reichtum an erdgeschichtlichen Fundstellen. Die Geologie Südamerikas sowie die Evolutionsgeschichte der Fauna und Flora liegen wie ein gigantischer Atlas offen. Der Río Chubut und seine Zubringer haben ihre unzähligen Cañons durch millionenjahre alte Schichten gegraben. Wir verbringen den Hitzenachmittag im modernen und klimatisierten „Egidio Feruglio Paleontological Museum“ von Trelew. Die paläontologische Ausstellung ist auch nach weltweiten Standards bemerkenswert, modern und sehr anschaulich gestaltet. Die Fülle an ausgestellten Fossilien bis hin zum riesengrossen Patagotitan-Saurier ist einfach überwältigend. 

In Caiman verbringen wir dann eine sehr britische Teestunde. 

Die ersten europäischen Siedler hier stammten alle aus Wales. Bis heute wird das kulturelle Erbe gepflegt, die Grundschule ist zweisprachig: Spanisch und Welsh-Gälisch. Unser Kuchen-, Scones- und Sandwich-Teller ist reich beladen, die Teekanne „very british“ in einem wollenen Warmhalter eingepackt.

 

Dienstag 6.1.2026

Playas endosadas 

Die Hitzewelle ist für die kommenden Tage vorbei. Anstatt 38° C sind es nur noch 18° C, beinahe ein Kälteschock!

Wir verlassen den, für unser Empfinden, engen Siedlungsraum im Dreieck Trelew-Rawson-Puerto Mandryn ohne auf die berühmte Halbinsel Valdez zu fahren. Die Saison für die erhofften Walbeobachtungen ist vorbei, Mitte Dezember haben die Walmütter mit den Jungtieren die jährliche Migration Richtung Norden begonnen. Dafür ist die Hochsaison des argentinischen Sommers ausgebrochen, die über zweimonatigen Sommerferien haben begonnen. Der Reise- und Güterverkehr auf der Strasse nimmt massiv zu, Touristen- und Strandorte sowie Campingplätze sind nun dicht belegt. Riesige Windparks zur Energiegewinnung stehen entlang der Ruta 3, die Hochspannungsleitungen führen wie die Strassen in den Norden, zu den grossen Ballungsräumen um Buenos Aires, Córdoba und Mendoza. Noch trennen uns ungefähr 1‘200 km von Buenos Aires. Knapp 2‘000 km haben wir seit Ushuaia in den letzten 12 Tagen zurückgelegt. 

Die Nacht verbringen wir an der Küste, im Playas doradas. Der kleine Küstenort erinnert uns an Spanien vor 30 Jahren, Bauboom für den Tourismus, zwar nur einstöckige Bauten, aber ebenso unkontrolliert. Das Hinterland ist menschenleere Pampa. Auf den Fotos kann man das geschickt ausblenden, der Strand erscheint wirklich golden.

 

Mittwoch, 7.1. und Donnerstag, 8.1.2026

Vacaciones de verano en la playa 

Wir verlassen die „Güldigen Strände“ bei Regenwetter und Wind. Das war wohl nix mit Strand- und Badewetter. Die Ruta 3 zieht für 100 km schnurgerade nordwärts, verliert sich am Horizont, erst dann kommt eine leichte Kurve. Der Verkehr nimmt zu und auch die kritischen Moment auf der Strasse. Die vielen Lastwagen auf der geraden Strecke verleiten Fahrer immer wieder zu Überholmanöver. Konzentriert steuert Heinz das rote Kamel. Fahrpause und Mittagessen gibt im Küstenort San Antonio Oeste, im einzigen offenen Restaurant weit und breit. Es ist zugleich Etappenstopp für Überlandbusse. Entsprechend voll ist es und wir reihen uns in die Warteschlange ein. Die Paella ist herrlich, der tagesfrische Fang liegt im Teller vor uns. Mit einer „guten Nase“ finden wir auf der abgelegenen Halbinsel gegen Abend eine freie Lücke am verheissungsvollen „Muscheln“-Strand – Playa las Conchillas – zwischen argentinischen Campern. Ganze Familien sind in mehreren Fahrzeugen unterwegs. Der Strand ist vor lauter Muscheln schneeweiss, der Sand aber schwarz, das Wetter frisch und windig. Der Sonnenuntergang stimmt auf eine friedliche Nacht ein … … bis nebenan der Generator angeworfen wird, damit die Wagenburg Strom für Licht, Kühlschränke und Fernseher hat … !

Nach einer leicht regnerischen Nacht und bewölktem Morgen ist der Nachmittag dann DER perfeke Strandtag: sonnig und heiss! Wir sind nun wirklich in den Sommerferien angelangt! Strandwanderung, Campieren, Schatten suchen, Backen, Muscheln sammeln und Sonnenuntergang fotografieren, so geht Ferienmachen am Strand. Nach dem Sonnenuntergang … …. wird nebenan wieder der Generator angeworfen.

 

Freitag 9.1.2026

Adiós al Mar

Es heisst Abschied nehmen vom wunderbaren weissen Muschelstrand und vom Meer. Der Norden und Hunderte von Kilometern rufen! Die kommenden Tage – grobe Richtung Buenos Aires – werden ausschliesslich landeinwärts sein. Die Provinzen Río Negro und Buenos Aires sind in grossen Teilen dank den Flüssen und kilometerlanger Kanalsysteme sehr fruchtbar. Zeugen der alten, heute vernachlässigten Eisenbahninfrastruktur, tauchen immer wieder auf. Die endlosen Weiten sind nun landwirtschaftlich intensiv genutzt. Getreidefelder, Gemüse- und Obstanbau sowie Viehhaltung ziehen bis an den Horizont. Riesige Landwirtschaftsmaschinen und Getreidelastenzüge begegnen uns. Zum Mittagessen in Viedma gibt es eine lokale Spezialität:

Ojo de Bife con Salce ríonegronesa!

(Ohne Foto!) Eine typisch argentinische Portion bestes Fleisch mit Béchamelsosse und gekochten Apfelstücken. 

An einem Salzsee – gefüllt mit salzigem Wasser aus dem Untergrund- machen wir Stopp zum Übernachten: Nomen est Omen – Laguna Salada. 

Das Wasser ist so seicht, warm und salzig, dass wir die Hitze des Tages nur unter der Dusche loswerden. Ein Schild an der Strasse weist auf ein Thermalbad hin. Haben wir uns doch vor Tagen im kalten Süden so etwas sehnlichst gewünscht. Heute erscheint es uns fast als Witz … … … ! Aber man soll nie nie sagen!

 

Samstag 10.1.2026

Como en el Mar muerto

Wir hatten gestern das Meer verlassen … um am heutigen Tagesetappenort auf das „Tote Meer“ zu stossen!

Auf der Fahrt umfahren wir Baíha Blanca. Hier stösst der Atlantik fjordartig ins Landesinnere, eine seichte, sumpfige Ebene einer Flüssmündung. Ab hier beginnt das Küstengebiet, welches für die Bewohner:innen von Buenos Aires sowohl Copacabana, Adria und Côte d’Azur sind. Nichts für uns!

Grosse Energie- und Landwirtschaftsinfrastruktur säumen die Strassen. Strassenbauprojekte scheinen seit längerem eingestellt. Anstatt auf fertig asphaltierten Strassen geht’s auf Schlaglöcherbelägen nordwärts. 

Links und rechts wird geerntet, entweder sind die Flächen noch grün oder goldgelbe Stoppelfelder. 

Im Stadtpark von Pigüé treffen wir im Schatten auf die Stadtbevölkerung und gefiederte Einwohner. 

Am Abend treffen wir bei brütender Hitze in Carhué ein, einem Termalort am Lago (oder an der Laguna) Epecuén ein. Hier liegt das zweitsalzigste Gewässer der Welt, nach dem Toten Meer. 

Mehr dazu im morgigen Bericht. Eine Überraschung wartet hier auf die Fotografen. 

Für heute kühlen wir uns bei 38° C Lufttemperatur im Salztermalbad bei angenehmen 37° C ab. Man soll eben nie nie sagen!

 

Sonntag, 11.01.2026

Lugar muerto

Es ist Sonntag… Um uns herum ist der Campingplatz voll, langsam erwachen alle Müssiggänger. Mit vielen sind wir seit gestern ins Gespräch gekommen. Die obligatorischen Grillstellen werden eingefeuert und ein Nachbar beschenkt uns mit zwei Stück von seinem Asado … argentinische Gastfreundschaft. 

Am heissesten Nachmittag (Aussage Nachbar) bis jetzt fahren wir an den verheissungsvollen Ort, für welchen wir extra hierher gefahren sind:

Villa Epecuén!

Auf dem Weg dorthin „begrüssten“ uns schon die ersten toten Zeugen der ehemaligen Zufahrtsallee!

Anfangs 1920er Jahre als Seebad (Salzsee mit zweitgrösstem Salzgehalt der Erde nach dem Toten Meer) und Kurort aus dem Nichts aufgebaut. 

1985 überflutet und notfallmässig aufgegeben, resp. evakuiert, nachdem ein Damm gebrochen war. Starke Regenfälle hatten den Wasserspiegel schon länger steigen lassen.

Seit ca. 2005 sinkender Wasserspiegel und langsames Wiederauftauchen aus dem Fluten. 

Bei Gluthitze und gleissender Sonnen tauchen wir (nur sprichwörtlich) in die bizarre, teilweise noch immer überflutete Ruinenlandschaft ein. Der einst pulsierende, bunte Ort ist ein von allen Geistern verlassenes Niemandsland. Der Ort und seine ganz besondere Stimmung haben in etlichen Filmen als Kulisse gedient. 

Wir trennen uns von diesem faszinierenden, aber unwirtlichen Ort. Am See herrscht fröhliches Badewetter, das „Tote Meer„ zieht immer noch viele Menschen zum Verweilen im hochkonzentrierten Salzwasser an. In Carhué erwartet uns wieder das bunte Leben. Grüne Baumalleen, Parkanlagen und Grillplätze, breite Strassen gesäumt mit Geschäften … alles was einen kleinen argentinischen Ort lebendig macht. Eine sonntägliche Arbeit wartet nebst der Wäsche noch auf uns: Berichte schreiben!

 

Montag, 12.1.2026

Encuentro la Intendenta

Nach einem morgendlichen Salzwasserbad im Termalbecken wiederholen sich die Bilder, Abläufe der Vortage:

-Endlose, landwirtschaftlich intensiv genutzte Weiten, verstreute flache Seen, Bewässerungskanäle sowie grosse Siloanlagen und einzelne, kleinere Höfe. Was uns auffällt sind viele Feuchtgebiete, scheinbar überschwemmt. Das Satellitenbild zeigt, wie erstaunlich kleinzellig die Felder sind.

-Essensstopp an einer Kreuzung im Niemandsland mit Tankstelle und Restaurant. Lastwagenfahrer und Durchreisende kreuzen sich, jeder sucht ein bisschen Schatten für sein Fahrzeug.

-Fahrpause für Kaffe- und Teegenuss im schattigen Park einer Ortschaft am Weg.

-Suche nach einem Nachtlager nach fast 300 Kilometern.

Im kleinen Weiler Villa Fournier finden wir mithilfe der iOverlander App einen verwaisten, baumbestandenen Park. Wir fragen den erstbesten Einwohner, ob es erlaubt sei hier zu übernachten. Der Zufall (bei knapp 1000 Einwohner) will, dass er der Vater der erst 27 jährigen Bürgermeisterin ist. Es ist erlaubt!

Später kommt sie auf ihrem Geländemotorrad vorbei. Ein schöner Austausch über Land, Gemeinde und Alltag entsteht. Wir landen auf ihrer Instagram Seite und vergessen selber, ein Foto mit ihr zu machen. Das zeigt doch, dass wir Oldies nicht so flink mit Social Media sind. Sie will morgen noch einmal vorbeikommen, unsere 2. Chance! Sie ist Bäuerin mit 300 Milchkühen und bewirtschaftet 100 Hektaren Land. Von ihr vernehmen wir, dass die Feuchtgebiete durch unübliche, lange Regenfälle in den letzten Monaten entstanden sind und die Landwirtschaft beeinträchtigen sowie von den Problemen im heutigen Argentinien. Wir bestärken sie darin, zum Park gut Sorge zu tragen und für einen nachhaltigen Tourismus aufzubauen. Die reiche Vogelwelt in den alten Bäumen ist erstaunlich.

 

Dienstag , 13.Januar

Km 0 de tu sueño

Am Morgen statten wir einen Besuch im Gemeindebüro ab – es ist der alte Bahnhof – wo wir herzlich empfangen werden. Auch die Gemeindearbeiter freuen sich über Besuch im Dorf, sie sind mit der Bürgermeisterin – ihr rollendes Büro? – unterwegs. Es ist eine dieser spontanen Begegnungen mit argentinischen oder chilenischen Bürger:innen, welche die Reise so bereichern. Die ältere Bürochefin wundert sich sehr, dass wir unsere Familien so lange alleine lassen!

Aufbruch zu einem besonderen Tag: Letzte Überlandfahrt bis „vor die Tore“ von Buenos Aires. In Villars (CH lässt grüssen) werden wir das Etappenlager aufschlagen, den Zwischenhalt einlegen, Heinz für seine Weiterreise nach Montevideo, ich für die baldige Fahrt mit ÖV ins Stadtzentrum. Zudem nehme ich Abschied von meinem fast 40-jährigen Reisehemd, welches mich auf allen Grabungen und Reisen in heisse Gebiete begleitet hat.

Wir erreichen den ersehnten Etappenort Zapparancho, das Zuhause einer „entzündeten – entzückenden“ Familie.

https://familiazappfamily.com/

Das rote Kamel – und ein ebenso entzündeter Weltreise-Heinze am Steuer – haben uns gesund und munter hierher gebracht!

Bravissimo y muchísimas gracias.

Start 222’758 – Stopp 232’690

= 9’932 Kilometer

Wir sind vor den Toren Buenos Aires.

 

Mittwoch, 15.1.2026

Día de trabajo completo

Hopp hopp ! Früh aus den Federn! Das erste Mal hat es Bodennebel und Tau am Morgen, die Nacht kühlte gegenüber der Tageshitze zum Glück ab und die Umgebung ist feucht. Heute ist Ausräumen, Sortieren, Putzen, Organisieren, Telefonieren … , …. ! Der Campingplatz erwacht.

Die Wiederholung von Mitte Oktober 2025 in San Martin / Mendoza beim Start. Heinze muss noch die Verschiffung ab Montevideo nach Südafrika oder Europa organisieren. Eine nervenaufreibende Sache!

Unheimlich was im roten Kamel in tausend und einer Ecke alles Platz hat … …. und ergo wo sich der Staub auf 10‘000 Kilometern überall verkriechen kann!

Ein kurzer Abstecher ins Dorfzentrum von Villars , ins Dorflädeli vis-a-vis vom Bahnhof (erbaut 1908) , welcher zu unserer Überraschung noch in Betrieb ist und mit ein paar Fahrten dieser Vorortsstrecke am Tag bedient wird. Trotzdem buchen wir den Bus, um nach Buenos Aires zu kommen. Zu lange, zu umständlich und unzuverlässig sei der Zug, wird uns versichert. Die argentinische Eisenbahn wird seit Jahren, Jahrzehnten vernachlässigt und Strecke um Strecke stillgelegt.

Im Nachbarstädtchen Las Heras lässt sich einen Termin für die Autowäsche vereinbaren, sonst ist in dieser Hitze und Tageszeit praktisch alles geschlossen : Siesta.

Also gibt es wie üblich – trotz Aufenthalt in urbaner Umgebung – wieder Mittagessen im Tankstellenrestaurant. Schade!

Wir schauen auf den Kilometerzähler: Die 10‘000 km Grenze knacken wir heute doch noch nicht, es fehlen 30 km. Wir wollen keine unnötigen Kilometer „verbraten“ , um die 00000 zu sehen.

 

Donnerstag, 15.1.2026

Cambio „climático“: De la pampa desierta a la gran ciudad de 14 millones

Das rote Kamel und Heinze bringen mich an eine „no name, nowhere“ Strassenkreuzung ca. 60 km vor Buenos Aires um den Minibus zu erwischen. Ich vergesse vollkommen, das rote Kamel zum Abschied zu umarmen!

Heinze und ich werden uns in den nächsten Tagen noch in BA treffen. Heinze fährt weiter zum vereinbarten Termin im „Waschsalon“.

Nach einem Zwischenstopp in einem Vorort wird die Autotrasse zur echten Autobahn. Die Vorortsbahn fährt parallel zur Strasse, … dann geht es Knall auf Fall:

Nach drei Monaten (Mendoza) zum ersten Mal wieder in einer Grossstadt … und in was für einer! Capital Federal! 14 Millionen Einwohner!

Ob es wirklich eine Taube ist, welche auf mich scheisst oder der berüchtigte Trick, jemandem zu beschmutzen um dann seine Taschen zu leeren …. ich weiss es nicht. Auf jeden Fall wimmle ich die nette, sofort auftauchende, Papiertücher und Hilfe anbietende Frau höflich ab. Vielleicht tue ich ihr Unrecht … ! Reflex eines Reisenden … Grossstadt ist Grossstadt. Vor zwanzig Jahren wäre ich in Lima auf diese Art beinahe meinen Wertsachen losgeworden. Jetzt heisst es … runterfahren, ankommen in der Grossstadt, „Klimawechsel“, sich Treibenlassen, Unbekanntes entdecken … einen Blick vom Balkon meiner Unterkunft, einen kurzen Spaziergang durchs Quartier – barrio – San Telmo.

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