Berichte 01.12. – 15.12.2019

5.12. bis 8.12.2019

Wir reisen zu unterschiedlichen Zeiten in die 5. Etappe. Wir… das sind diesmal Melina, Shun ni und ich, also wiederum ein ganz neues Team. Ich darf am Donnerstag den Retourflug antreten, die beiden Youngsters haben für Freitag einen günstigen Flug nach Neuseeland erwischt. Und am Sonntag treffen wir alle drei zusammen. Es klappt alles, das Kamel lässt sich mit einer Schlüsseldrehung brummend starten, ich nehme es am Samstag von den Metallständern, räume ein und aus, und kann die beiden pünktlich und wie geplant am Flughafen abholen. Mittlerweile hat aber auch die Natur ein wenig zurückerobern wollen: Einzelne kleine Käfer und Ameisen haben sich im Innern verirrt, und gewisse Gräser sind hinter den Stosstangen und durch die Felgenlöcher hochgewachsen.

Ab Sonntag liest du die Texte von Melina und/oder Shunni..


8.12.2019

Wir landen frühmorgens um 6.30, nach zwei Stunden Pass- und Schuhkontrolle finden wir Heinze beim Ausgang. Kaputt aber voller Freude reisen wir zunächst nach Pukekohe, dort genehmigen wir uns einen Kaffee und einen Rap. Wir kaufen ein, kaufen noch mehr, verlassen das Kaufhaus, um kurz später wieder zurückzukehren, weil wir eben doch noch nicht alles eingekauft haben was wir brauchen. Nach so grossem Einkauf gibts grossen Hunger, Heinze und Shunni essen eine Schüssel Nudeln beim Chinesen. Die seien besser als in Hongkong, meint Shunni…

Beim Bauernhof sind wir beide so müde, dass wir uns zuerst einen einstündigen Powernap gönnen. Der Jetlag ist aber nach dem Powern noch schier schlimmer. Unser Nachtessen fällt auch entsprechend aus, Jetlag Spaghettis eben…


09.12.2019

Etwa um 10 starten wir vom Bauernhof der Familie Liefting in Bombay (das Bombay gibt es eben auch in Neuseeland, nicht nur in Indien). Unweit von hier gibt es heisse Quellen. Dort relaxen wir im warmen Wasser – das kleine Becken wo das Wasser kurz unter dem Siedepunkt liegt, das meiden wir… Schlafen tun wir auf einem freien Campingplatz am Meer. Das Nachtessen ist super, doch die Nacht wird bitterkalt. Oh wie schön warm war es doch in den Thermen.


10.12.2019

Die Nacht ist wirklich sehr kalt, fast könnte man vergessen, dass es Sommer ist, wäre da nicht der Heuschnupfen, der sich bei Shunni bereits bemerkbar macht und die zahlreichen Mücken, die sich ins Auto schleichen. Am Morgen packt „Mate“ Shunni Melinas Badehose im Klappstuhl mit ein. Dort haben wir diese nämlich trocknen lassen… Vielleicht ist er immer noch etwas jetlagig angeschlagen. Wir sind viel unterwegs, in die historische Stadt Thames, weiter bis Coromandel… und jetzt übernachten wir vor dem Haus des Sohnes von der Familie Liefting in Whitiauga. Thames ist übrigens megaschön.



11.12.2019

Heute gehen wir an einen wunderschönen Strand in Hahei. Der Strand ist bekannt durch wunderschöne Felsformationen und die Cathedral Höhle. Dort kriegen wir auch zum ersten Mal ein wenig Sonnenbrand ab – und wagen die ersten Annäherungsversuche zum Baden. Das Wasser ist allerdings a**** kalt.

So fahren wir weiter in den sogenannten „Bush“ und suchen nach dem welteinzigen viereckigen Baum. Dieser ist sehr gross und eindrücklich, aber nicht ganz so wie man sich das vorstellt.

Als es langsam dunkel wird, halten wir nach einem geeigneten Campingplatz Ausschau. Bald finden wir einen Einheimischen der uns ein Plätzchen zum Übernachten zeigt. Wunderschön gelegen, an einem Bächlein mit schönen Bäumen… Sehr zufrieden richten wir uns dort ein. Doch schon bald gibt es ein kleines Problem, anscheinend haben nicht alle Anwohner so Freude an unserer Einrichtung auf einem Zufahrtsweg. So gibt es eine kleine Diskussion zwischen dem freundlichen Mann und einer Anwohnerin, und Heinze muss sich das ganze als Drittperson anhören. Später erfahren wir, dass der Mann nicht nur ein Problem mit den Nachbaren hat, sondern auch ein alleinerziehender Vater von fünf Kinder ist und ein Alkohol-/Drogenproblem hat. Wir setzen uns noch mit ihm am Abend zusammen und stellen fest, dass er in einer sehr schwierigen Lage ist. Die Kinder haben nicht genügend zu essen und der Familienvater ist ganz klar mit der Situation überfordert. Wir werden am nächsten Morgen von den Nachbaren noch etwas mehr ins Bild gesetzt. Eine schier ausweglose Situation… Das ist für uns ein trauriges Erlebnis, welches  uns noch immer beschäftigt. Just sad…


12.12.2019

Heute sind wir unterwegs nach Pukekohe um die vorderen Bremsbeläge vom Kamel zu wechseln. Die Garagisten haben jedoch keine Zeit und so machen wir uns auf den Weg zum Schwarzen Strand. Dieser ist ÜBERWÄLTIGEND schön! Wir cruisen mit dem Cruiser am Waiuku Beach entlang und geniessen den Tag. Noch nie haben wir einen so grossen und hübschen Strand gesehen wie diesen. Was besonders auffällt sind die krassen Farbkontraste. Der schwarze Sand, die grünen Algen, das Gelb der Felsen und diese Weite…. just gorgeous!


13.12.2019

Am erwähnten Strand kreuzen am frühen Morgen viele Pferde mit Reitern auf, welche dann auf und ab galoppieren. Ein schöner Anblick.

Als das Spektakel beendet ist gehen wir nun endlich die Bremsbeläge in Pukekohe auswechseln. Übernachtet haben wir am Muriway Beach auf einem Campingplatz. Ahhhh endlich wieder eine warme Dusche!!!


14.12.2019

Am Morgen besichtigen wir die Austrahltölpel. Das sind schöne, grosse, mövenähnliche Vögel. Sehr lange bevor wir sie sehen, können wir sie riechen. Ein übler Gestank… wie es bei Philipp Malloney oft beschrieben wird: „Üüüble Sache!“ Heute übernachten wir in der Nähe von Ruawai auf einem freien Campingplatz.


15.12.2019

Heute steigen Heinze und Melina auf den Kauri Pik Vulkan. Ein recht steiles Stück, glücklicherweise ist der Boden trocken und fest.

Dieser liegt in einem Naturreservat. Da es sich nur um einen inaktiven Vulkan Felsbrocken handelt, können die beiden ohne Angstgefühle hinauf wandern. Shunni geniesst derweil ein Buch im Auto – so etwas Entspannung muss ab und zu sein.

Am Nachmittag  besuchen wir die Kauri Trees und sind tief beeindruckt.

Der  Umfang vom zweitgrössten Baum beträgt um die 16 Meter. Der höchste Baum ist ein klein wenig dünner, aber auch beeindruckend. Er ist 4500 Jahre alt und der Stamm verdreht sich mit der Zeit, um die Stabilität zu erhalten.