Berichte 01.03. – 15.03.2018

01.03.2018

Wie angekündigt, besuchen wir heute nochmals das Traditional Village Senaru. Wir bestaunen die Bauweisen und wie die Funktion der Bauten diese bestimmt. Edi ist immer noch am Grumeln, weil die Nachtruhe nicht unbedingt eingehalten wurde. Die Minarettbotschaften zu nächtlicher Stunde störten doch sehr. Die übrigen Übernachtungsparameter stimmen aber. Auf dem Weg weg von Senaru stellen wir fest, dass auch andere Dörfer noch traditionell gebaut sind, nur wird das Dach dann eben oft mit Blech o.ä. gedeckt. Wir fahren über eine Panoramastrasse. Eine Strecke mit vielen Höhen und Tiefen, Kurven und Abhängen, aber auch atemberaubenden Ausblicken. Dem Gunung Rinjani kommen wir zum Greifen nahe, das Kamel wird ihn aber nicht bezwingen. In Kecumantan Sembulan essen wir zu Mittag: Mie Goreng mit Sayuran. Am späten Nachmittag machen wir uns auf, einen Schlafplatz zu finden, -wir fahren Richtung Mataram. In Aik Bukak hofft Heinze auf ein Heiligtum, das sich für unsere Zwecke eignen würde. Das geht aber nicht so einfach. Erst die Dorfjugend zeigt uns dann einen guten Platz, neben einem Fischteich bei einem Parkwächter. Dafür unterhalten sie uns noch bis in die Nacht. Bericht von Pierre aus dem Spital: Glück gehört dazu oder ein unerwarteter Helfer…. Ich stehe an der Strasse vor dem Spital und stoppe ein Taxi. Der junge Mann spricht verständlich Englisch und fährt mich zum Ngurah Rai Immigration Office. Dort kommt er mit rein, um bei Unklarheiten zu helfen. Die Vorschriften verlangen bei einer Verlängerung des Visums über die bereits gewährten 60 Tage eine ‚Reference‘, welche eine Art Bürgschaft übernimmt. Diese Person muss einen balinesischen Pass haben. Derek, der Taxidriver, besitzt keinen solchen, doch seine Frau ist Balinesin. Kurzerhand bietet er, nach kurzer, telefonischer Rücksprache mit seiner Frau, an, dies mit ihr zu organisieren. So nehmen wir alle verlangten Dokumente im Doppel zum Ausfüllen mit und fahren zurück ins Café gleich im Spitalgebäude. Bei einem Cappuccino füllen wir schon mal die ersten Fragen aus, den Rest wird er heute Abend mit seiner Frau erledigen. Morgen fahren wir dann zusammen mit seiner Frau um 8 h wieder ins Immigration Office um vor Ort den Rest zu erledigen. Allerdings dauert es dann 5 Arbeitstage bis zur Aushändigung, also bis am Donnerstag. Derek gehört zur Minderheit der Christen auf Bali und spielt jede Woche in der kleinen Kirche von Denpasar Piano zum Gottesdienst. Wir diskutieren noch eine gute halbe Stunde über Politik, Probleme der Minderheiten, über Religionen, …..  

 

02.03.2018

Heute ist das Imigrasi (Fremdenpolizei) auf dem Programm. Wir haben gut und ohne irgendwelche Probleme in der Fischzucht übernachtet. Wie schon gestern, sind wir wieder Objekt detaillierter Beobachtung, während wir Kafi kochen und uns verpflegen. Auch das Waschen und Zähne putzen wird verfolgt. Na ja, Neugierde ist ansteckend, uns treibt sie ja auch an. Um halb neun machen wir uns auf den Weg nach Mataram. Heute sollen wir die Visaverlängerung mit den Pässen abholen können. Wir treffen uns im Imigrasi, dem dafür zuständigen Amt mit unserer indonesischen Bürgin und dann heisst es warten. Wir bekommen ein Ticket und dann heisst es wieder warten. Dann wird die Nummer aufgerufen, man geht in ein Büro, ein Beamter macht ein Foto und alle Fingerabdrücke müssen gegeben werden, dann ist man wieder draussen. Den Pass kann man erst um etwa 15 Uhr holen kommen. Also, was macht man die nächsten vier Stunden? Wir gehen in die Lombok Epicentrum Mall. Da essen wir gut, indonesisch, und gönnen uns einen Starbucks – Kaffee. Anschliessend lädelen wir noch etwas. Irgendwas braucht man ja immer. Zur Zeit sind wir wieder im Imigrasi, – warten, – irgend wann werden Namen aufgerufen, – warten. Dann, plötzlich holt unsere Bürgin die Pässe auf ein unbekanntes Zeichen hin, Passverteilung, Verabschiedung; – und wir dürfen weitere eineinhalb Monate in Indonesien bleiben. Und das für 600’000 IDR (49.- CHF) inklusive der Betreuung.  Unser nächstes Ziel heisst Senggigi. Hier wollen wir die nächste Nacht in einem Hotel verbringen. Der Mardergestank lässt sich auch nicht mehr mit Deo übertünchen. Im Family Garden Homestay checken wir ein und beginnen mit der Renovation. Später essen wir da noch was. Bericht von Pierre mit guten Neuigkeiten: Der Arzt hat sich soeben verabschiedet und mich in die Freiheit entlassen 😊 Warte noch auf die Medis, Salben, elastischen Binden, schriftlichen Berichten,… die ich mitnehmen muss. Den ganzen Morgen war ich mit Derek und seiner Frau unterwegs. Zuerst in eine Art Schreibbude um die Formulare mit Maschine auszufüllen, gleich gegenüber war praktischerweise auch kleines Copycenter. Danach Staufahrt gut 45 Min. zum Migrasi. Das handgeschriebene Dokument mit schwarzem Kulli neu schreiben, blau geht gar nicht…. Nr. zupfen und Leuchttafel betrachten. Endlich A71 auf dem Monitor. Dokumente abgeben, sitzen, warten, aufgerufen werden. Für die Bezahlung auf der Rückfahrt eine Bank aufsuchen und Schlange stehen. Das Migrasi betreibt keine eigene Kasse im Haus. Fazit: Am Mi Vormittag werde ich die Verlängerung nach einem Fotoshooting tatsächlich erhalten, …. denke ich.   Am MO Nachmittag nochmals Kontrolle im Spital. Ich beziehe ein Zimmer für 6 Nächte im selben Hotel in dem Edi und Heinz auch schon waren, dem Bayt Kaboki Hotel.   

 

03.03.2018

Fauler Tag! Wobei, eigentlich sind wir es, die faul sind. Wir stehen wie üblich auf, trödeln rum und gehen frühstücken. Das Homestay ist gemütlich und gut eingerichtet. Um halb elf müssen wir aber auschecken. Wir fahren einige hundert Meter in Senggigi bis zum nächsten Restaurant im Schatten. Wir staunen, schon wieder auf Deutsch begrüsst zu werden. Es gibt hier viele Deutsche als Urlauber und auch einige Schweizer. Den Chuchichäschtli- Test hat der Kellner auch bestanden. Heute wollen wir eigentlich nur zu unserem Strandabschnitt, zurück in Senggigi. Das tun wir nach dem Mittagessen auch. Herzliche Begrüssung, welcome back, – die „Plastik in den Abfallsack-Regel“ wurde nicht verstanden, also räumen wir zuerst den Übernachtungsplatz auf. Heinze hütet dann die Hängematte und Edi liest, bevor der einen tüchtigen Nuck nimmt. Übrigens ist Samstag, unser Strand muss von uns mit vielen Einheimischen geteilt werden. Da ist was los: Schüler und Schülerinnen, Selbsthilfefrauen, Familien, Gruppen und Grüppchen, viele wollen den Strand geniessen und bleiben zum Teil sogar über Nacht.  

 

04.03.2018

Zwei vor, zwei zurück! Wir sind immer noch in Senggigi, erwachen an unserem wunderschönen Strand. Doch leider, durch das Wochenende bedingt, hat es viele, viele einheimische Jugendliche, die diesen Flecken auch schön finden, so tönt es die ganze Nacht wie im Strandbad. Am Morgen ist Haushaltstour angesagt: putzen, flicken, aufräumen. Am Mittag verabschieden wir uns von unseren Vermietern am Strand. In einem uns bekannten Restaurant, dem Yessy, essen wir. In Senggigi soll es eine Turtle Rettungs- und Auswilderungsstation geben. Diese wollen wir aufsuchen. Die Betonung liegt auf Suchen. Hinter dem Rasen des Sheraton Hotels finden wir dann zwei leere Glaskästen und Sandgruben. Tja, nicht sehenswert, – schade. Danach beschliessen wir, etwas für unsere Fitness zu tun. In Senggigi beginnt ein Naturreservat, das zum „air terjun goa wallet“, einem bekannten Wasserfall führt. Leider ist gegenwärtig Wasserknappheit und wir müssen unsere Erwartungen gleich zu Beginn der Wanderung korrigieren. Auch von all den angekündigten Tieren werden wir nicht viel sehen. So sind wir denn die nächsten drei Stunden wie Trampeltiere auf Dschungel-Bergtour. Es strengt uns an, wir schwitzen wie Weltmeister und ausser black monkeys begegnen uns keine Tiere. Die Pflanzenwelt ist aber überwältigend und beeindruckt uns -so muss Dschungel sein. Wie angekündigt, sind die Wasserläufe bescheiden, – aber trotzdem schön. Wir erklimmen die Höhen mit dem Wasserfall und finden danach den Weg auch wieder zurück. Übernachten tun wir wieder im Family Garden Homestay, in den gleichen Zimmern, wie schon gehabt.  

 

05.03.2018

So, wir starten. Unser nächstes Ziel heisst Tanjungluar. Ein Ort an der Südostküste von Lombok, mit bekanntem Fischmarkt. Unsere Übernachtung im Family Garden haben wir genutzt, um uns von der Dschungeltour zu erholen. Edi hat die faule Lösung für die Wäsche gewählt und für 3Fr. 20Rp waschen lassen. (inkl. trocknen, glätten – hervorragend in 3 Stunden). Wir starten in Senggigi um etwa zehn Uhr und fahren quer über die Insel. Im Vergleich zu den Touristenorten fällt auf, wie ärmlich in gewissen Gegenden gelebt und gewohnt wird. Zwischendurch gibt es Orte, sehr bäuerlich geprägt, die einen guten Eindruck machen; – dann aber, andernorts ist Armut zu Hause. Zielsicher findet Heinze den Ort, biegt ein und ab und links und rechts, … – wir landen beim Hafen, wo jeweils die Boote, morgens in aller Frühe ihre Fische an Land bringen. Tanjungluar ist der grösste Fischmarkt der Insel. Heinze möchte da morgen früh um fünf Fotos machen gehen. Bei der Suche nach einer Verpflegungsmöglichkeit sind wir weniger erfolgreich. Es gibt einfach fast keine Warung. Wir beschliessen, zum Pink Beach zu fahren, in der Hoffnung, dort am Touristentreff eines zu finden. Der Weg dahin mag mal ausgebaut gewesen sein, inzwischen sieht manches Bachbett schöner aus und wir werden tüchtigst durchgeschüttelt. Zwei Stunden sind wir fast unterwegs, allerdings helfen wir auch noch einem spanischen Touristen samt Mama weiter, der einen Platten an seinem Mietauto hat und sich nicht recht zu helfen weiss. Inzwischen sind wir am pantai tangsi. Gegessen haben wir gut. Es ist ein wunderbarar Ort, mit beeindruckenden Aussichten. Wir knipsen was die Handys halten 😉 und beschliessen, hier auch zu übernachten. Heinze hat beschlossen, doch nicht so früh aufzustehen. OK, hoffen wir nur, dass die Gruppe Makaken, die am Nachmittag am Strand war, in der Nacht keinen Blödsinn macht.  

 

06.03.2018

Mich schockiert, welch geringen Stellenwert Tiere und besonders Hunde in Indonesien haben. Es gibt massenhaft und viele leben wild, auf der Strasse, oder wo auch immer. Viele Tiere sind krank, verstümmelt, verbissen und niemand kümmert sich. Geburtenkontrolle wäre dringend nötig.  Heute sind wir relativ spät vom pink Beach aufgebrochen. Heinze will doch noch Fotos vom Fischmarkt machen und wir fahren dahin. Das Navi schickt uns wieder mal über Strecken, dass wir nur staunen können. Bei einer zusammengebrochenen Brücke bleibt uns nur der Rückzug. Endlich beim Fischerhafen angekommen, ist nicht mehr viel zu sehen, – und riechen 😙. Wir fahren weiter in ein indonesisches Erlebnisbad in Rakam. Super eingerichtet, relativ neu, viele Wasserspiele und praktisch keine Touristen. Wir fallen auf, man kann fast nicht sagen wie. Kinder bestaunen uns Langnasen mit grossen Augen. Gut, dass es da auch ein feines Zmittag samt superoberfreundlicher Warungbesitzerin gibt. Nach langem Relaxen fahren wir weiter nach Pulau Lebur. Hier fährt die Fähre nach Sumbawa. In Pulau Namo legt sie ohne Zwischenfälle gut zwei Stunden später an und wir machen uns auf, einen Schlafplatz fürs Kamel zu suchen.  

 

07.03.2018

Das Schnaufen und Fressen von Kühen, nachts um unser Kamel tönt fast beängstigend und man braucht einige Zeit, bis man weiss, worum es sich handelt, – aber wir übernachten ja auf dem Land. Wir sind auf Sumbawa, einer ländlich geprägten und nicht spektakulären Insel. Bei einem Bauern haben wir letzte Nacht campiert. Als wir da eintrafen, in der Dunkelheit, wurde das ganze Haus zusammengerufen, um uns zu bestaunen. Am Morgen ist dann unsere Anwesenheit schon etwas normaler. Wir machen uns auf den Weg nach Tepal, im Innern von Sumbawa. Das bedeutet, dass wir Richtung Berge fahren. Unterwegs fallen Heinze in einem Hof Waschtrommeln auf. Zwanzig, dreissig sind nebeneinander angeordnet und werden per Motor gedreht. Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass hier Gold gewaschen wird. Das Gestein wird maschinell zerkleinert und dann wird der Staub so lange gewaschen, bis sich das Gold abgesetzt hat. Mit Quecksilber wird das dann wieder gebunden; mit blossen Händen. Dieses Handwerk lässt sich noch in weiteren Häusern im Tal beobachten, nur – wer reinigt die Abwässer? Aber, im Südwesten von Sumbawa sind ja auch die Amerikaner im grossen Stil daran, Gold und Kupfer zu gewinnen. Wer da Abwässer reinigt und wer wohl verliert? Auf dem Weg in die Berge werden wir aufgehalten. Der Navi-Weg existiert nicht. Wir müssen umkehren. Unser Ziel ist nun Hotel Kencana Restaurant im Nordwesten von Sumbawa. Hier wollen wir übernachten, bevor wir dann morgen wieder mit Pierre zusammentreffen. Unterwegs, in Orong Bawa, essen wir in einem einfachen Warung und treffen dann schon kurz nach 14 Uhr am Übernachtungsplatz ein. Schön, ein Hotel mit Bungalows, direkt am Meer. Zwar nagt der Zahn der Tropen hier auch an jedem Bauwerk, aber der Gesamtzustand ist noch gut und hat sogar einen eigenen Charme. Wir vertrödeln den Nachmittag, das heisst,  Heinze arbeitet wie ein Schwerarbeiter am Computer. Edi frönt dem Müssiggang. Später essen wir, – es geht uns gut.  

 

08.03.2018

Wir hatten eine gute Nacht, so nahe am Meer, mit der Brandung, und ohne Störungen. Wir stehen um sieben auf – auch wenn einer fand, dies sei doch arg früh. Trotzdem, heute ist der Tag, wo wir wieder zusammenkommen, Pierre trifft das Kamel 🐫 für den weiteren gemeinsamen Weg. Wir beschliessen, im Restaurant zu frühstücken. Das Angebot ist gut, amerikanisch, kontinental, indonesisch. Wir sind umzingelt von Uniformen. Mit uns frühstücken indonesische Umweltbeauftragte in Uniform, die ein Meeting haben. Später trifft ein Trupp Rekruten über den Strand hier ein, die von ihren Vorgesetzten getrimmt werden. Wir gehen im Meer baden und geniessen das klare Wasser und die fantastische Wassertemperatur. Der Hotelpool hat im Vergleich keine Chance. Trotz Dusche verliert der Sand nichts von seiner Anhänglichkeit. Etwa um elf fahren wir nach Sumbawa Besar. Hier soll Pierre um 16 Uhr eintreffen. Wir suchen das Hotel, wo er schon reserviert hat und checken da auch ein. Anschliessend suchen wir ein Warung. Das ist aber gar nicht so einfach. Wir sind anscheinend in der Strasse der Coiffeure gelandet. Viele Warungs sind auch einfach geschlossen und dann ist da noch das Problem, dass Edi vegetarisch lebt. In Sumbawa leben aber, so scheint es, mehrheitlich Fleischesser und Gemüse wird wohl nicht angebaut. Schliesslich landen wir im Lela Resto und sind vom Angebot überzeugt, alles Gewünschte ist da und die Bedienung super. Später holen wir Pierre ab. Um 15.30h sind wir beim Flughafen, – warten. Wir vernehmen, dass der Flug Verspätung hat. Viertel vor sechs verlassen wir das Gelände, Pierre, den Unglücksraben wieder bei uns. Wir sind froh, dass der Krankheitsfall nun glücklich abgeschlossen ist. Zur Feier des Tages gehen wir nochmals ins Lela und werden diesmal leider eher enttäuscht.  

 

09.03.2018

Als Wasserarmaturen – Entkalker könnte man in Indonesien ein Vermögen verdienen. Überhaupt, im Unterhalt von Liegenschaften läge viel drin. Viele, der besuchten Hotels sind auf dem Stand der Sechzigerjahre, was kaputt ging, ist nun halt kaputt. In sha allah. Nun sind wir wieder drei und wir haben im Hotel Dewi übernachtet. Heute wollen wir in die Berge fahren. Genauer, in den Ort Tepal. Oh Wunder, eine tolle Strasse führt in die Berge, rechts und links betonierte Strassenränder, in der Mitte asphphaltiert. Unterwegs treffen wir grosse Baumaschinen, was zeigt, dass die Strasse noch im Bau ist.Irgendwann fehlen aber die betonierten Strassenränder und der Asphalt wird löchrig. Wir kommen aber schnell und gut voran. Am Mittag halten wir in einem Dorf, in Puni, und essen im Warung in einem fast familiären Rahmen. Zwei Gäste aus Tepal sprechen von einer guten Strasse und Tepal, – Daumen hoch. Wir machen uns weiter auf den Weg und bald fehlt auf diesem der Asphalt, die Steine sind noch dicht, fast ein Belag. Nach einiger Zeit beginnt aber, aus dem Weg ein Bachbett zu werden. Regenfälle haben die Fahrspuren ausgewaschen, grosse Steine liegen noch rum, die Spuren sind tief und matschig. Jede Talfahrt ist eine Schlittenfahrt, jede Bergfahrt führt zu „Spulpartien“. Die Räder drehen durch, finden keinen Halt, füllen sich mit Dreck. Wir müssen uns mehrmals mit der Seilwinde rausziehen. Das Kamel entwickelt sich zu einer Mischung zwischen Kamel, Rhinozeros, Steinbock und Krebs. Es bockt, springt, suhlt sich und krebst. Endlich, ein letzter Steilhang und nach der Rutschpartie die ersten Häuser einer Siedlung, – und damit auch eine Menge sehr interessierte Menschen. Pusu heisst das Dorf. Wir erreichen Tepal zwar nicht, aber haben vorerst genug. Unser Oberkameltreiber Heinze ist erschöpft und wir machen uns bereit für die Nacht. Neben einem Laden dürfen wir unser Nachtlager aufschlagen. Zum Nachtessen werden wir von der Krämersfrau ins Haus eingeladen, – toll.  

 

10.03.2018

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Wer in einem Motocrossrennen auf dem Rücksitz mitfährt, kann auch was erzählen. Wir sind auf einer Reise und auf einem Töffrücksitz sind wir heute auch. Doch der Reihe nach: Wir sind in Pusu und haben im Kamel übernachtet. Zum Frühstück werden wir wieder verpflegt. Nach allen Vorbereitungen und Aufräumarbeiten sind wir bereit für unsere Motocross Cowboys. Wir haben vereinbart, dass uns drei junge Männer aus Pusu mit ihren Motorrädern bis nach Tepal und von da auch wieder zurück bringen. Nach unseren Erfahrungen vom Vortag mit den üblichen Strassen scheint uns dies richtig. Tja, dann beginnt ein Höllenritt. Nicht was das Mitfahren anbelangt, die drei geben sich alle Mühe, fahren langsam und vorsichtig; – an ihnen liegt es nicht. Aber das, was hier noch Strasse ist. Tiefste Fahrspuren, riesige Pfützen – schon fast Seen, Steine – gross wie halbe Autos, felsiger Untergrund. Einfach nicht, zum entspannt Motorradfahren. Dazu kommen die Höhenmeter, mal runter, meist rauf (auf dem Hinweg). Nach etwas mehr als einer halben Stunde treffen wir in Tepal ein. Es gilt als „Traditionel Village“ und sehr sehenswert. Wir werden von jungen Einheimischen in Empfang genommen und diese begleiten uns auch auf einem Rundgang durch das Dorf. Bis zum Schulhaus ist der auch entspannt, danach begleitet uns eine riesige Kinderschar lauthals und mit vielen Fotowünschen. Wir fotografieren viel, auch Landschaft und Häuser. Weil am Himmel eim Gewitter aufzieht, verlassem wir das Dorf früher, als geplant. Wir wollen uns die Rückfahrt im Regen nicht antun. Diese verläuft gut und wir sind recht schnell wieder in Pusu. Dort beschliessen wir, auch den Rückweg mit dem Kamel wieder unter die Räder zu nehmen. Heinze hat beschlossen, mit Schneeketten zu fahren; – diese sind recht schnell montiert und wir tuckern nach der Verabschiedung los. Die Ketten und die tiefen Gänge bewähren sich. Im Schneckentempo, aber mit viel Ausdauer nähern wir uns wieder der Plastik – Zivilisation. Hut ab vor der Leistung, die dieses alte Auto vollbringt. Wir staunen immer wieder. Kein Durchdrehen der Räder, keine Seilwinde – Aktion. Nach der nötigen Zeit fahren wir wieder auf einer Strasse, dann auf einer geteerten Strasse und plötzlich sind wir wieder unter Menschen. Hinter uns liegt der Dschungel mit seinen schönsten Erscheinungsformen und dem, was man auch Strasse nennen kann. Auf dem Rückweg bahnt sich dann das nächste Problem an. Durch Geräusche, Holpern und schwere Lenkbarkeit zeigt das Kamel, dass es an seine Grenzen gekommen ist. Später bestätigen sich die Befürchtungen, unser Land Cruiser braucht dringendst Intensivpflege. Wir sind inzwischen wieder im Hotel. Im Kencana Beach Cottages am Meer, wo wir schon vor einigen Tagen waren.  

 

11.03.2018

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung. So scheint es zumindest wenn man im Kencana Beach Cottages Hotel vor seinem Bungalow sitzt. Direkt geradeaus brandet die Sumbawasee, oder weit entfernt das südchinesische Meer. Sauberes, klares Wasser, dem auch die schon zahlreichen Sonntags-Badegäste wenig anhaben können. Wie in eine Prozession marschieren sie am Strand auf, eine Gruppe junger Karate Kids im weissen Kimono trainiert am Wasser, Papas bereiten ihre Jüngsten auf den Wasserkontakt vor, erste Ausdauernde sind schon weit ins Nass rausgeschwommen. Unsere Truppe schläft mehrheitlich noch. Der gestrige Tag hat körperlich und geistig gefordert. Dass das Kamel schlapp macht, ist alles andere, als ein Aufsteller. Gefangen im Kencana Ausflugsrestaurant, dieses Gefühl kommt bei uns heute auf. Das Restaurant ist, zu Fuss, eine Stunde von von der Stadt Sumbawa Besar entfernt. Mit dem Kamel wäre es ein Klacks dahin zu gelangen; – aber dieses ist ausser Gefecht und wir haben Sonntag, da arbeiten Autogaragen nicht. 😕 Wir dümpeln so dahin. Gehen zum Mittagessen, – eher ein Fiasko wie das abläuft und was auf dem Tisch steht, denn ein Genuss. Wir dümpeln dann weiter in den Nachmittag. Gehen schwimmen, in einem Meer wo der Abfall im Laufe des Tages von der Wasserseite angeschwemmt wird. Tolles Wetter, aber eher trübe Stimmung. Das Gamelan Orchester vom nahen Übungsraum ist auch nicht unbedingt ein Quell von Spass un Fun. Abends um halbsieben ist die Welt wieder in Ordnung, oder beinahe. Die Sonntagsgäste sind abgezogen, oder auf dem Weg. Der Gecko ist schon auf der Jagd, die Vögel zwitschern unbekannte Melodien und die Sicht aufs Meer ist wunderbar. Bezaubernd die Stimmung in Luft und Wasser. Die untergehende Sonne trägt das Ihre dazu bei.  

 

12.03.2018

Morgens um sieben ist die Welt nicht in Ordnung. Der angekündigte Automechaniker ist auch nach drei Stunden noch nicht bei uns. Aber, es ist trotzdem ein Freudentag: Pierre hat Geburtstag, alles Gute! Wir sind immer noch im Kencana Beach und heute besonders früh aufgestanden um nach dem Frühstück den Mechaniker in Empfang zu nehmen. Dass der nicht erscheint, lässt Befürchtungen keimen. Nach erneutem Nachfragen erscheint er und untersucht den Land Cruiser kurz. Diagnose: Unvorhersehbar blockiert manchmal die Steuerung, Heinze kann dann nicht mit dem vollen Radeinschlag steuern; – sehr gefährlich. Wir fahren äusserst vorsichtig nach Sumbawa Besar, in die Garage des Mechanikermeisters. Noch immer ist der ganze Dreck von unserer Bergtour am armen Kamel und die Mechaniker suchen fast nach den Schrauben unter dem Dreck. Dreck ist überhaupt ein gutes Stichwort, der Arbeitsplatz der Mechaniker ist im Freien. Damit der Land Cruiser aufgebockt werden kann, wird zuerst mit einem dicken, grossen Blech der Dreckboden verstärkt. Dann wird demontiert, zuerst die Räder, dann die Lenkung, dann die Bremsen, danach all die vielen Teile, von denen ich keinen Namen weiss. Inmitten des Radpuzzels kommt dann der Vierradantrieb zum Vorschein. Bei dem sind ganz eindeutig zu viele Einzelteile: Das homokinetische Gelenk ist zerbrochen. Bis dahin sind wir alle in der Garage geblieben und haben die Operation gespannt verfolgt. Nun machen Pierre und Edi sich auf in die Stadt und Heinze bleibt bei seinem Patienten. Die beiden sind nur kurz am Strassenrand, dann werden sie von einem Sammeltaxi mitgenommen. Im Zentrum angekommen müssen sie zuerst Geld beim Automaten holen. Eine Million Rupien sind umgerechnet siebzig Schweizerfranken und brauchen im Portemonnaie viel Platz. Aber es gibt ja auch an jeder Strassenecke einen ATM. Dann gehen sie essen und anschliessend erfolglos eine bestimmte Batterie suchen. Die Hitze und Pierres schmerzender Fuss tragen nicht zu guter Stimmung bei. Heinze holt sie dann, nach einiger Zeit ab. Oh Wunder, mit einem glänzenden, sauberen Kamel. Der Vierradantrieb wurde ausgebaut, das Kamel notfallmässig verarztet und fahrtüchtig gemacht. Danach wurde es geputzt und glänzt fast wie früher. Erst wenn die Ersatzteile da sind, kann der Vierradantrieb wieder eingebaut werden. Das Kamel und auch Pierre hinken; – gute Besserung. Zum Abschluss des Tages fahren die vier, ähh drei, zu einem feinen Nachtessen in die Stadt.  

 

13.03.2018

Wir frühstücken heute um acht. Heinze will mit dem Cruiser nochmal in die Garage, um weitere Teile flicken zu lassen. Pierre und Edi geniessen die Ruhe im Kencana. Mittags fahren wir nach Sumbawa Besar zum gleichen Restaurant wie gestern Abend. Wieder gibt es fein zu essen. Danach besuchen wir den alten Sultanpalast. Dies ist ein Holzgebäude auf Pfählen aus dem Jahre 1885. Der imposante Bau wurde 1980 renoviert und steht als Bauwerk zur Besichtigung offen. Wir sind etwas enttäuscht von der Präsentation, praktisch der ganze Bau steht leer. Wir sind da etwas verwöhnt, oder verbildet vom Ballenberg. Auf dem Weg Richtung Bima fahren wir in Boak vorbei. Hier soll es laut Reiseführer Schmiede geben, die ihre Arbeit entlang der Strasse verrichten. Aber, – entweder ist der technische Umschwung doch schneller abgelaufen in Sumbawa, als gedacht, – oder wir haben einfach nicht die richtige Strasse befahren. Schmiede haben wir keine gesehen. Später fahren wir nach Batubulan. Diese Ortschaft liegt an einem Bewässerungsstausee. Wir fahren direkt zum See und landen bei sowas wie der Wasserbehörde, die in einem gelben Haus, oberhalb der gelbblauen Ortschaft mit der grüngelben Moschee residiert. Hier wollen wir übernachten. Abends kommt die halbe Dorfjugend vorbei und bleibt zum Tratschen. Um sieben ist es dunkel, ja schwarz draussen, vom Tag zur Nacht ist praktisch übergangslos.

 

14.03.2018

Wenn alles so wäre in Indonesien, wie die Fassaden, wäre alles wunderbar. Zwar ist das ja auch in der Schweiz so, aber die Indonesier sind, glaub ich, darin Weltmeister.
Wir sind heute in Batubulan aufgewacht, nach einer ruhigen, guten Nacht. Auch am Morgen ist der See Dorftreffpunkt. Kaum dämmert es, hören wir das Gelächter, Geschnatter, Geschrei und Geschwätz der Leute aus dem Dorf, die die gefangenen Fische, die Morgenwäsche, oder wer weiss was verhandeln.
Das Bewässerungsprojekt mit dem Staudamm ist wohl ein Projekt der Regierung gewesen. Überall in der Gegend sind gelbe Häuser zu sehen. Eine Funktion haben diese Gebäude aber nur zum Teil. Oftmals sind sie leer und zerfallen inwendig. Von aussen aber wird gelbe Farbe vermalt, als wäre darin eine wichtige Behörde oder so untergebracht. 😏
Über Nebenwege fahren wir Richtung Bima und sehen eine ärmere, härtere Realität des Sumbawa – Lebens. Die Behausungen sind einfachst und oft behelfsmässig.
In Empang essen wir zu Mittag. Die grossen Portionen, zum Teil mit Nachschlag, inklusive 3 Tee kosten 75000 Rupien, das sind umgerechnet 5 Fr. 25 Rp. – nicht wirklich viel.
Am Nachmittag fahren wir Richtung Rai, einem Küstenort. Wo wir schauen, wird Mais angebaut. Wir können uns nicht vorstellen wie der geerntet werden soll und was damit gemacht wird. Später erfahren wir, dass daraus Popcorn gemacht wird. Der Weg nach Rai führt durch kleinere und grössere Hügel, die aus einem Disneyfilm stammen könnten. Oft führt er der Küste entlang; – viele Buchten, Gräben, Löcher, Erhebungen und Vertiefungen gestalten die Strecke unterhaltsam. Manchmal ist die Fahrt positiv, manchmal schlägt sie auch etwas aufs Gemüt.
Nun, so etwa um sechs kommen wir da an. Einfache, interessierte Leute leben da. Unsere Ankunft löst eine gwunderige Versammlung von Kindern und Erwachsenen aus. Selbst als um sieben das Tageslicht weg ist, sind immer noch Leute da. Wir übernachten hier und erwehren uns der vielen Mücken  

 

15.03.2018

Heute sind wir nach einer warmen Nacht im Kamel erwacht. Das Schlafen fiel schwerer.
Schon früh sind wir wieder Gegenstand des dörflichen Interesses. Zufällig ist unser Übernachtungsplatz auch Busstation und Wendeplatz. Ankommende Passagiere wechseln da vom Bus aufs Schiff, mit viel Kommentar, Organisation und nassen Füssen.
Gegen zehn regnet es. Übers Meer werden dunkle Wolken herangeweht und irgendwann ist Regenwetter. Trostlos tropft es von den Bäumen auf unser Ruhe-, Schlaf- und Essenshäuschen. Diese Pavillons sind typisch für Indonesien in vielen verschiedenen Ausprägungen und Bauweisen. In einer Tropfpause machen wir einen Dorfspaziergang, was wiederum sehr gwundrig macht und Heinze eine Gefolgschaft wie im Rattefänger von Hameln bringt. Um halb zwölf sind wir bei Henry und seiner Familie zum Mittagessen eingeladen. Henry war gestern einer der ersten, die bei uns waren und spricht hervorragend englisch. In seiner Jugend lebte er teilweise im Westen und hatte eine westliche Erziehung.
Wir verabschieden uns und fahren über Dompu in Richtung Bima. Die Hügellandschaft, die wir schon am Vortag bewunderten, wird nun von uns durchfahren. Viele der Hügel oder kleinen Berge sind vollständig abgeholzt. Stattdessen wird Mais angebaut. Auf unserer Strasse fahren wir von null auf über 280m über Meer.
In der Ortschaft Lara haben wir Lust auf einen indonesischen Kaffee, dieser ist aber so türkisch, das heisst der Kaffeesatz ist recht grob, dass das Trinken mühsam wird.
Wir fahren bis Bima. Hier suchen wir ein Hotel und checken im la Ode ein. Die Ode darauf singe ich morgen.