Berichte 01. bis 20. September 2016

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01.09.2016

Zur Abwechslung Chinesisches Essen in Vang Vieng. Das laotische Essen gefällt mir nämlich nicht so ganz, zumal ich eigentlich nie so richtig genau weiss, was ich da auf dem Teller habe. Und was da auf den Märkten alles so zu besichtigen ist, ich weiss nicht so recht… Wenn ich chinesisch bestellen kann, ist mir doch schon ein bisschen wohler. Übrigens gibt es hier auch haufenweise Chinesische Touristen.

Heute gehe ich mal baden, in der blauen Lagune. Kaum auf dem Weg dorthin wird klar: Ticketpreise überall. Für die Brücke, den Parkplatz, für den Weg hin zur blauen Lagune, für das Bad in der blauen Lagune, für den tiefen Teich extra, für die Rutschbahn…. So verhielt es sich ach schon in Luang Prabang. Ticket für Tempel, für Tempelhalle 01, Tempelhalle 02, für den Park mit Stupa, für die Stupa, und dann noch eine kleine Spende bitte…
Morgen verlasse ich sozusagen die geplante Route und fahre in die Hauptstadt, um Abklärungen zu machen, wo ich das Auto für ein halbes Jahr abstellen könnte.

 

02.09.2016

Heute bin ich also nun in den Vientiane gelandet. Ein bisschen zur falschen Zeit, denn es ist Freitag. Das hab ich erst kurz um die Mittagszeit bemerkt, denn schon seit geraumer Zeit lebe ich ganz gut ohne die Wochentage zu kennen.

Glücklicherweise kann ich noch schnell das Thailändische Konsulat besuchen. Ein grosses Problem solle der Import vom Kamel nicht darstellen, meint der gute Mann. Aber ich müsse am Montagmorgen wieder kommen, denn ich würde ein Visa für zwei Monate brauchen. Denn wenn man auf dem Strassenweg nach Thailand einreist, so gibt es maximal 15 Tage Aufenthalt.
Also bleibe ich noch etwas unfreiwillig hier. Denn gefallen tut es mir da nicht sonderlich. Klar, ich bin in einem sehr günstigen Guesthouse abgestiegen. Das kostet etwa 12 Fr. pro Nacht. Es ist zwar sauber, aber ansonsten eher eine Bruchbude. Im Lonely Planet wird beschrieben, man würde sich unter Backpackern austauschen können. Ich erlebe das nicht ganz so: Backpacker fehlen, anstelle hat es eher heruntergekommene Typen, einen depressiven Alkoholiker und andere Menschen ganz ohne Perspektive. Die hängen einfach da und wissen nicht wie weiter.

Hmm, so wie ich derzeit auch… 😜

 

03.09.2016

Wenigstens lässt sich hier in Vientiane die Zeit recht sinnvoll verbringen. Schöne Parks und glänzende Tempel, lebendige Strassenzüge. Dem depressiven Italiener, dem seine Laos Frau abgehauen sei und dessen Eltern alle Monate 1000 € schicken würden, damit er ja nicht nach Hause komme, dem habe ich heute morgen einen richtigen Esspresso gekocht. Ihm sind fast die Tränen gekommen. Und dem Hotelangestellten habe ich einen Schraubenzieher ausgeliehen – er wollte mit einem grossen Küchenmesser eine Steckdose reparieren. 

Auch mir sind fast die Tränen gekommen.  Denn ich habe ein Reha Zentrum für Minenverletzte besucht. Die USA hat in Laos über 2 Millionen Tonnen Bomben abgeworfen, während 9 Jahren,  24 Stunden lang alle 8 Minuten eine Flugzeugladung voll. Davon sind 270 Millionen Clusterbomben, kleine „Bombies“. Von diesen sind 10-30% nicht hochgegangen. Diese Bombies explodieren jetzt noch, fast alle Tage. Hauptsächlich dem Ho Chi Minh Pfad entlang. Meist in Reisfeldern, wenn Bauern drauftreten. Nach heftigen Regenfällen. Oder wenn Kinder sie finden. Schrecklich. Ich habe heute dort viele, sehr viele Kinder ohne Beine gesehen.

Anfangs nächster Woche kommt Präsident Obama auf Besuch. Ob er das Reha Zentrum auch aufsuchen wird? (By the way – in der Stadt wimmelt es gegenwärtig von jungen Amerikanern mit Bürstenschnitt).

 

04.09.2016

Mit dem gestrandeten Italiener fahre ich etwas durch die Stadt, auch hin zum Mekong. Er kennt jede Ecke, hält sich ja auch schon sieben Jahre in Laos auf. Mit ihm besuche ich Alfredo, der ist Manager bei AVIS in Luang Ärabang und hat erzählt, in Vientiane hätte es auch Langzeitparkplätze. Den Rest des Tages verbringe ich mit Lesen, Schlafen, Bummeln und Schreiben.
Das Ausländerspektrum unterscheidet sich grundsätzlich in wenige Kategorien: Rucksacktouristen, die sind auf Durchreise, warten auf ein Visa und bleiben ein bis drei Tage. Dann Geschäftsleute für mehrere Tage, jetzt auch Politiker, Sicherheitsbeamte und Journalisten. Dann Entwicklungshelfer für die unzähligen Projekte. Aber es hat auch viele abgestürzte, gestrandete oder sonderbare Langzeittouristen, die sich oft mit Rumsaufen den Tag totschlagen. Oder möglichst zu günstigsten Tarifen an die Mädchen ranmachen.
Vientiane ist nicht meine Stadt. Ich hänge in der Warteschlaufe, mit einem etwas grösseren Rucksack als die anderen Backpackers.

 

05.09.2016

Heute besuche ich die Thailändischen Botschaft um ein Visa zu beantragen. Natürlich in der Hoffnung, bald dorthin ausreisen zu können. Als Schweizerbürger bekommt man ohne Visa auf dem Landweg nur noch einen Aufenthalt von 15 Tagen. Mit ein bisschen „Zustupf“ bleibt es mir erspart, lange in der Warteteschlange anstehen zu müssen. Sogar die Formulare werden mir gegen ein kleines Aufgeld ausgefüllt und mit neuen Passfotos, natürlich ohne Brille, versehen. Morgen um 13.30 würde ich das Visa für zwei Monate abholen können. Schön.
Der Magen muss hier etwas vertagen können. Gestern Abend ging ich in einer Strassenkneipe etwas essen. Es schmeckte wie immer vorzüglich. Ein bisschen gebratenes Gemüse, Huhn dazu und Klebreis. Nach dem Essen reges Tun hinter der Plane des improvisierten Gebäudes. Es wurde abgewaschen, mit frischem Mekongwasser. Meine Verdauungsorgane funktionieren offenbar bestens.

 

06.09.2016

Sirenen, Polizei und Militär steht den Strassen entlang. Haufenweises Trillerpfeifen trillern den ganzen Tag und schwarze Limousinen sausen kreuz und quer durch die Strassen. Obama wird erwartet. Ob diese Soldaten wohl wüssten, wie im Notfall getrillert werden müsste?
Heute mache ich mal „Grenzerfahrungen“ der etwas anderen Art. In der Thaibotschaft nehme ich voller Freude mein Visum entgegen, pünktlich um 13.30 bin ich da. Die Wartezeit ist nicht lange. Dann gehts ab zur Freundschaftsbücke. Aus-checken aus Laos, abstempeln des Carnet de passage in Büro 105. Dann ab über die Brücke. Schon der fünfte Beamte mit den drei dicken Streifen versteht mein Problem und nimmt sich meiner liebevoll an. Zusammen mit ihm geht es zum Vierstreifen Beamten. Alsdann werde ich in ein Auto eingepackt, wir fahren 5km in die Stadt zum Hauptzollgeböude. Zum Goldkronenegeneral unter dem Königsbild. Nur drei Monate soll das Kamel in Thailand stehen bleiben können. Ich müsste im Land bleiben und das Visa jeweils verlängern. Keine Ausnahme, keine Möglichkeit, keine Chance. Also geht es zurück zum Zoll, dann über die Freundschaftsbrücke zurück nach Laos. Aber ach: Dort kann ich nicht einreisen, der Einreisestempel und der Ausreisestempel von Thailand fehlt. So bleibe ich vorerst zwischen den beiden Staaten im Niemandsland stecken. Über die Freundschaftsbrücke geht es zurück nach Thailand. Und natürlich muss ich auf dieser Brücke jedesmal auch die Maut bezahlen. In Thailand drücken sie einen Stempel in den Pass, streichen diesen jedoch wieder durch, damit das Visa ein weiteres Mal zu verwenden wäre. Was wiederum in Laos grosse Augen provoziert, dafür hat man kein Verständnis,  und so will mir der Beamte keine neuen Aufenthaltstage geben. Und diese laufen am 8. August ab. Das kann ja heiter werden…

 

07.09.2016

Gut, wieder mal ein Action Tag. Zunächst gehe ich also vormittags zu AVIS, werde vom obersten Manager Mr. Rumble freundlich empfangen. Er ist ein Toyota Fan erster Stunde – er stammt aus Australien, und diese Autos gibt es ja da zuhauf. Wir arbeiten nun ein Art Programm aus, er möchte das Kamel aufbocken und jeden Monat etwas laufen lassen. Ich würde ihm 40.- CHF monatlich bezahlen. Das Auto würde auf dem Gelände auch rund um die Uhr bewacht sein. Soweit so gut. Und mein Carnet de Passage Nr. 2 ist ja bis im August 2017 gültig, es wurde gestern beim Zoll korrekt abgestempelt. Nun bleibt die Frage, ob ich das Auto so ohne weiteres für 6 Monate in Laos stehen lassen kann, und ob das dann von den Zollbehörden auch so akzeptiert wird. Natürlich ist mir nicht bewusst, dass genau diese Frage das Tagesgeschehen der nächsten drei Tage massiv bestimmen würde.
Gute Frage, meinte Jo Rumble, und seine erste Sekretärin Frau Khamla startet das erste Telefon. Sie muss dann einen Brief schreiben, ein Gesuch sozusagen. Frau Khamla und ich besuchen zusammen ein erstes Büro der Zollverwaltung, dann ein zweites und drittes. Und dann wieder das erste. Dort stellten sie nun fest, dass der vermerkte Adressat nicht der richtige sei. Wir gehen zurück zu AVIS, ein neues Schreiben wird verfasst. Mit diesem Brief gehen wir nun in das vierte Office. Doch oh weh, es fehlen Kopien von Mr. Rumbles Aufenthaltsbewilligung und ein Roter Stempel von AVIS müsste es auch haben. Zurück zu AVIS, dann wieder ins Büro 4. Nun ist aber der Beamte nicht mehr erreichbar, also zurück im Büro 2 würden wir Hilfe bekommen. Dort schicken sie uns mit einem zusätzlichen Papier zum Oberzollbüro unter der Freundschaftsbrücke. Das ist lediglich 20 km entfernt. Viel Verkehr, Lastwagen en masse. Und endlich kommen wir irgendwie an. Die anwesende freundliche Beamtin mit Brille schickt uns aber dann direkt zum Schalter 15 beim Grenzübergang. Dort wissen sie jedoch nicht Bescheid – noch nie so was gesehen. Bitte zum Schalter 105, dort wo das Carnet gestern abgestempelt wurde, meinte der nette Beamte mit der Roleximitation. Der deutschsprechende Oberzollmeister (in der DDR studiert) stellt fest, das alles in Ordnung sei, wir sollten doch bitte zurück in die Stadt fahren, eben zur Zollverwaltung für Importe… Wieder ein neues Büro, diesmal sind aber alle Chefs schon alle weg. Irgend ein Meeting oder so. Keine Chance, morgen wieder kommen, heisst es freundlich …

 

08.09.2016

Erstaunlich mit welcher Haltung Frau Khamla mich durch die kafkaeske Bürowelt führt: Ein gleichbleibendes stetiges Lächeln, ein nimmermüdes Strahlen, geduldig hinnehmend, aber mit einer überzeugenden Hartnäckigkeit bewegen wir uns auch heute zuerst ergebnislos von Raum zu Raum, wieder sind einige nicht da und die anderen nicht zuständig. Irgendwann landen wir erneut im Oberzollgebäude in der Nähe der Brücke. Aber diesmal im zweiten Stock. Der nette Herr in den kakerlakensicheren Halbstiefel greift gezielt zum Telefon und wir dürfen zum ranghohen Herrn mit der Goldbrille. Der sagt klar, das sei kein Problem und beginnt mit Stempeln. Einmal, zweimal, voilà. Fertig.

Ich fahre zurück zum Hotel und beginne zu packen. Die befürchtete lange Fahrt nach Malaysia bleibt mir also erspart. Am Abend muss ich feiern. Die Bar ganz zuoberst auf einem Gebäude am Mekong scheint mir geeignet.

 

09.09.2016

Der Tag des Kamels… Heute packe ich weiter aus, ein, und aus, und vom Dach runter und sortiere und ordne. Ich werde nur Sachen mit in die Schweiz nehmen, die ich auf den späteren Reiseabschnitten nicht mehr brauche. Dazu auch alles Wertvolle und die ganze Navigation.

DIe verderblichen Waren, vor allem die aus dem Kühlschrank (darunter auch die restliche Schokolade) verschenke ich an das Hotelpersonal und an die lustigen Tucktuckfahrer vor dem Hotel.

Am Nachmittag überprüfe ich bei einer Toyotagarage das Öl in den Getrieben, alle Flüssigkeiten, die Luft und das Wasser. So dass das Kamel an seinem neuen, sicheren Platz seine grosse Pause ohne Schaden überstehen wird.

 

10.09.2016

Mit Mr. Rumble fahre ich das Kamel auf das Gelände, wo es nun 6 Monate bleiben wird. Das Gefährt wird aufgebockt, und Mr. Rumble wird es alle Monate einmal röhren lassen, das gute alte Kamel. Am Abend steige ich in VIentiane in den Nachtzug Richtung Bangkok. Das rhythmische Dämdöm Dämdäm Dämdäm der Schienen wird leicht überdeckt durch das arhythmische Geschnarche meines Laotischen Chaoten oben im Kajütenbett.

 

11.09.2016

Frühmorgens Ankunft in Bangkok. Im Zug habe ich zwei interessante Spanier kennengelernt: Mit Gloria und Juan aus Barcelona frühstücke ich ausgiebig und dann beziehe ich mein Hotelzimmerchen. Ich habe zunächst einiges nachzuschlafen. Erst am Nachmittag wage ich mich etwas in die Stadt. Ein Moloch, modern und betriebsam, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen habe. Wie das letzte Mal in Beijing vielleicht.

 

12.09.2016

Irgendwie macht das Reisen ohne Kamel nicht mehr so Spass. Also suche ich mir ein anderes Verkehrsmittel. Eine Bootsrundfahrt findet bei strömendem Regen statt, billigst zwar, ein paar Rappen (15 Baht) und trotzdem sehr spannend. Dann suche ich ein geeignetes, scharfes Mittagsessen in Chinatown, und wie immer kann ich Chinesisch bestellen und weiss was auf den Tisch kommt. Im Bahnhof in der Nähe dieser Chinatown besorge ich mir die Karten für den Zug nach Huahin.

 

13.09.2016
Im Zug nach Huahin. Zugsfeeling wie Anno dazumal. Offene Fenster, Holzverkleidung, lautscheppernder quietschender und schaukelnder Wagen im Rhythmus des Dämdöm Dämdäm Dämdäm der Schienen. Ach wie gefällt mir das. Zunächst rumpelt die Zugkomposition lange Zeit sehr gemächlich. Wenn man im vordersten Wagen aussteigen würde,  so bliebe wohl genug Zeit, um nach einer Pinkel Pause im hintersten wieder einzusteigen. Die bunte Reisegesellschaft, Mönche, Bauern, Studenten, Musliminnen und Händler versetzen mich in einen Zustand, als ob ich in einem Kinofilm drin sitzen würde.

Mit einer Stunde Verspätung kommt der Zug in Huahin an. Nam und Walter Gerber holen mich am Bahnhof ab.

 

14.09.2016

Ausländer nennt man hier „Farang“, diese Bezeichnung ist offenbar uralt und hat irgendwie mit der persischen Bezeichnung für Leute aus dem Reich der Franken zu tun.
In Huahin stehen viele schöne Häuser, nicht wenige davon gehören Farangs. Aber eigentlich nur indirekt. Grundsätzlich kann in Thailand Grundbesitz nicht auf Ausländer übertragen werden. Ausländer dürfen sich in Thailand deshalb wohl Wohnungen kaufen, nicht aber Land. Oder sie finden eine Partnerin/einen Partner und bestätigen, dass das Land in einem Todesfall oder bei Scheidung an diejenigen fällt. Bis vor ein paar Jahren konnte man Landbesitz auch durch Scheinfirmen aneignen, d.h. wenn diese Firma in Thailand 40 Mio Baht investierte. Diesem Tun wurde nun irgendwie ein Riegel geschoben, das Ganze wird mehr kontrolliert…
Aber möglich ist es irgendwie trotzdem noch. Heute hat mich Walter durch die Strassen mit den wunderbaren Häusern zum Strand von Hauhin geführt.

Am Nachmittag geht es mit Nam und Walter in die Nähe von Prachuap, weiter südlich von Huahin, in ihr Fischerdorf Haus. Ein Bijou, eine traumhafte Umgebung, eine Bucht wie im Bilderbuch…
Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei Walter und Nam ganz herzlich bedanken. Beide sind sehr bemüht um mein Wohlergehen. Walter war für mich zudem schon immer eine prägende Gestalt, seine fesselnden Geschichten aus fernen Welten, sein Humor und Schalk, seine Art den Alltag nicht nach ausschliesslich konventionellen Mustern zu leben haben mich schon als Kind tief beeindruckt und neugierig gemacht.
Ich freue mich so sehr, noch ein paar Tage mit diesen beiden verbringen zu dürfen.

 

15.09.2016

Könnt ihr euch das vorstellen: Ein Strand ohne Tausende von Touris, weisser knirschender Sand soweit das Auge reicht, ein warmes Meer… wie in der Badewanne fühlt sich das an. Ein Tag lang in der warmen Badewanne. Wow!

 

16.09.2016

Wir sind wieder in Huahin. An meiner zweitkleinsten Zehe links hat mich etwas gestochen. Es verursacht an dieser Einstichstelle eine Art Infektionsherd und juckt wie blöd. Heute lasse ich im Spital (denn Arztpraxen gibt es nicht) die Wunde behandeln. Ein klitzekleines Ding, doch der Arzt gibt mir eine ganze Kiste Antibiotika mit. Auf diese verzichte ich einstweilen. Und lieber tummle ich ich wieder im Meer. Der Strand  hier ist auch wirklich sehr schön. Aber so ganz alleine ist man hier nicht. Ein paar wenige Einheimische spielen im Wasser. Und ein paar dickbäuchige alte Säcke mit bildhübschen Landmädchen spielen auch am Wasser. Letzteres macht mir etwas Mühe.

 

17.09.2016

Nam hat das Fahrrad flicken lassen. Cool – ich bin fast den ganzen Tag die Kreuz und die Quer durch das Kaff gefahren. Eigentlich wollte ich auch mal ins Meer, doch den Rat des Arztes respektierend verzichte ich auf das Badewannenerlebnis. Hmmm, so ist das Leben.

Nam und Walter sind wirklich superlieb. Ich lebe schier wie in einem fünf***** Hotel. Herzlichen Dank!

 

18.09.2016

Heute lese ich auf der Terrasse ein Buch fertig, „Darum nerven die Chinesen“. Auch wenn der Titel geradezu pauschalisierend und despektierlich rüberkommt, so erlebt man den Text dann als witzige Betrachtungsweise einer Langnase. Und vieles habe ich in all den Jahren in China auch so wahrgenommen.
Am späteren Nachmittag rumpelt mich der Zug nach Bangkok zurück. Und er kommt ganz pünktlich an. Vielleicht deshalb, weil die Zugkomposition diesmal ganz kurz, nämlich nur drei Wagen lang ist.
Und wieder übernachte ich im Nasa Vegas Hotel direkt am AirportLink der Schnellbahn. He ja, ich will am 20.09. ja pünktlich zum Flughafen kommen.

 

19.09.2016

Eigentlich wollte ich heute eine Rundfahrt und ausgedehnte Fussexkursionen durch Bangkok unternehmen. Aber grundsätzlich steht mein Stimmungsbarometer auf eher lustlos, und meine Zehe will ich auch etwas schonen. Nach einem ausgedehnten „amerikanischen Frühstück“ für 6.- CHF mache ich mich mal auf die Suche nach einem Pullover. In der Schweiz soll es ja wieder einige Grade weniger warm sein. Aber das erweist sich zunächst auch nicht als ganz einfach, bis ich dann plötzlich in der Platinum Fashion Hall stehe. Riesig… Und das ist noch masslos untertrieben.
Aber da hat es eine zu grosse Auswahl, so dass ich dann bevorzuge, um die Ecke beim Inder einen billigsten zu kaufen. Gleich teuer wie das Frühstück.
Roland, der Tropenarzt aus Olten hat aufgrund der Zehenfotografie und meiner Beschreibung eine erste Diagnose gestellt: „Creeping disease“ heisst das Ding und ist eine Larve des Hakenwurms, der sich nun hilflos unter der Haut durchgraben würde. He nu, so habe ich nun einen Wurm in der Zehe. Ich bin also sozusagen wurmstichig.

 

20.09.2016

Ich sitze im Flugzeug, Flug LX181. Das Flugzeug braucht für die Strecke, welche wir in 6 Monaten gefahren sind, gerademal 11 Stunden. Die Flugdistanz beträgt ja auch nur 9404 km. Das Rote Kamel ist aber immerhin 30’000 km unterwegs gewesen, und eben nur selten mit 916 km/h. (So gibt ein Bildschirm die aktuelle Fluggeschwindigkeit der Boeing 777 an).
Nun wird auch meine Berichterstattung für einstweilen verstummen. Hier über Turkmenistan, irgendwo zwischen Mary und Turkmenabat, in Flughöhe 10363 m. Ich kanns kaum glauben – da unten sind wir durchgefahren. Ob die mühsamen, nicht berechenbaren Ramboos mit ihren gefleckten Kleidern immer noch da rumstehen und den Touristen ihr „Misteeeeer“ zurufen?
So sollen sie doch…
Im Februar des nächsten Jahres also wird das Kamel wieder in Südostasien unterwegs sein.
Und wir freuen uns, wenn ihr alle wieder mitlesen werdet…

 

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